Wieder einmal Mitsegler gesucht


Liebe Segelfreunde,

für zwei hochinteressante Törnabschnitte suche ich wieder einmal Mitstreiter, denen ich u.U. sogar ein interessantes finanzielles Preisangebot machen kann:

  1. 07. Oktober  – 21. Oktober
    den Helder – La Coruna.
    Wir fahren durch den Englischen Kanal, erleben interessante Tidehäfen auf der französischen und englischen Seite und überqueren anschließend in einem vier- oder fünftägigen Abschnitt die Biskaya.
  2. 21. Oktober – 04. November
    der nächste Abschnitt führt uns die spanische und portugiesische Atlantikküste entlang. Neben vielen romantischen kleinen Häfen (mit den leckersten Fischrestaurants Europas!) entdecken wir den Tejo und Lissabon, bevor wir dann zu einem fünftägigen Hochseeschlag nach Madeira aufbrechen, wo dieser Törn endet.

Wer Lust hat und mehr wissen will, meldet sich bitte bei mir über die Euch bekannten Wege oder über segelwolf@gmx.de.

Ich freu mich auf Eure Kontakte!

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Endlich angekommen!


Nach 1.309 Seemeilen heftigen Hochseesegelns auf dem Atlantik sind wir heute Nacht um ein Uhr von den Azoren kommend bei Windstärke 6 und strömendem Regen den ganzen Tag endlich in Brest in der Bretagne angekommen. Dann erst einmal ausgeschlafen bis elf Uhr und jetzt geht’s uns wieder gut!

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Wir hatten teilweise schon ziemlich übles Wetter, da uns im letzten Drittel der Strecke, d.h. am Ausgang der Biskaya, die Ausläufer einer anständigen Sturmtiefs erwischten, die uns bis 8 Bft. Wind und eine Wellenhöhe von bis zu fünf Metern brachten. Eine stramme Leistung für so ein kleines Schiffchen von 35 Fuß!

Leider ist uns bei einem Reffmanöver bei ziemlich viel Wind das Großsegel gerissen, sodass wir ab dann nur noch im zweiten Reff fahren konnten. Hat aber kaum gestört, da wir bei dem Wind das sowieso eingebunden hätten Bin gleich zurück.

Zum ersten Mal seit langem also mal wieder an Land gegessen. Da musste es natürlich der Maxiburger mit der doppelten Fleischportion sein.

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… und noch einen Käsekuchen mit Karamelsauce hinterher, dann ging’s mir wieder gut!

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Viel berichten werde ich leider nicht können über dies Teilstück. Bei nur drei Mann Crew und viel schlechtem Wetter gibt es naturgemäß s gut wie keine Fotos. Aber es kommt ja auch noch der letzte Teilbericht von den Azoren.

Morgen wird erst einmal das Segel repariert und das Schiff aufgeräumt, neue Verbraucherbatterien muss ich auch noch einbauen, und dann geht es weiter durch den Énglischen Kanal bis nach Kiel.

So stay tuned!

…und weiter zu den Azoren


Wo war ich stehengeblieben? Ach ja, Madeira versank so langsam hinter uns und rund 500 Seemeilen offenes Meer lagen vor uns.

Losgegangen war es ja bei totaler Flaute, sodass wir entlang der ganzen Küste Madeiras motoren mussten. Am nächsten Tag kam dann aber doch etwas Wind auf. Nicht viel, aber genau richtig für unseren Spinnaker.

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Normalerweise hätte ich ja das Großsegel dabei stehengelassen. Der Wind war aber so dürftig, dass uns der Spi laufend einfiel. Deshalb hatten wir es dann zeitweise mal so probiert, wie auf dem Bild zu sehen.

Leider drehte der Wind dann immer weiter nach vorn, sodass wir ihn irgendwann herunternehmen mussten und dann auch den Rest der Reise nicht mehr herausholen konnten.

Trotzdem hatten wir zunächst schönstes Hochseesegeln.

 

 

 

 

 

Leider blieb es nicht ganz so schön, eine Nacht voller Regen, teils schwere Gewitter mit Sturmböen und ein Wind, der immer vorlicher kam, machten das Segeln zwar anstrengend, aber auch ziemlich schnell. Leider bin ich durch das Wache gehen und die sonstige Arbeit nicht mehr viel zum Fotografieren gekommen. Aber ich gelobe Besserung.

Nach dreieinhalb Tagen legten wir am Dienstag, den 17. April in Vila do Porto auf der kleinen Azoreninsel Santa Maria nach 541 Seemeilen an. Man könnte ja sagen, dass der Landfall halt so aussah, wie viele Inseln aussehen.Flirten - Mann

 

 

 

 

 

 

Santa Maria ist die südlichste der Azoreninseln und eine der kleinsten. Um die fünfeinhalb Tausend Einwohner plus einige Touristen findet man hier. Die Hauptstadt heißt “Vila do Porto” (Hafendorf) und macht ihrem Namen alle Ehre. Dafür gibt es eine sehr hübsche kleine Marina mit einem außergewöhnlich netten und hilfsbereiten Hafenmeister. Zum Beispiel habe ich ihn bei meinem zweiten Besuch von See aus angerufen und gefragt, ob er für uns die Toiletten- und Duschenschlüssel irgendwo hinterlegen könnte, da wir erst frühestens eine Stunde nach seinem Feierabend ankommen. Antwort: “Machen Sie sich keine Sorgen, ich warte auf Sie!”

Wie in fast allen Marinas auf den Azoren ist es Tradition, dass Besatzungen sich entweder vor oder nach ihrer Atlantiküberquerung mit einem Bild, den Namen der Crewmitglieder und der Jahreszahl verewigt.

 

 

 

 

 

 

 

Nicht alles sind Kunstwerke, aber darum geht es ja auch nicht.

Zum Schluss noch eine ziemliche Besonderheit. Ein junger Deutscher hat sich irgendwann mal ein kleines Holzboot gekauft und ist tatsächlich damit aus der Karibik zurück nach Europa gesegelt. Hängengeblieben ist es auf den Azoren, weil ihm das Geld ausgegangen war. Jetzt warten er dort auf den Sommer, damit das Wetter so ist, dass er gefahrlos weiter ins Mittelmeer schippern kann. Es ist schon abenteuerlich, mit was für einem Gefährt er da unterwegs ist. Eingebaut ist alles – vom Kurzwellenfunk bis zum Grill und der Solaranlage. Ich habe aber keine Ahnung, was davon noch funktioniert. Er ist ein lieber Kerl, aber tauschen möchte ich mit ihm doch eher nicht.

Nach einer Nacht ausschlafen ging es dann die letzten 60 Seemeilen weiter nach Ponta Delgada auf Sao Miguel, dem Hauptort der Azoren. Doch davon mehr beim nächsten Mal.

So stay tuned!

Auf geht’s nach Madeira


Wieder einmal bin ich auf dem Weg zu einer meiner Lieblingsinseln – inzwischen schon zum sechsten Mal. Während ich bisher immer von bzw. nach Gran Canaria oder Teneriffa unterwegs war, ist diesmal Lanzarote mein Ausgangspunkt. Die Marina Rubicón liegt an der Westseite der Insel, genau gegenüber von  Fuerteventura, das nicht allzu weit entfernt ist.

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Diesmal bin ich mit der “Paula” unterwegs, die für eine solche Hochseereise fast ein bisschen klein ist, sich aber bei jedem Wetter tapfer schlägt.  “Paula” ist eine siebzehn Jahre alte Dufour 35 Classic, die außergewöhnlich gut gepflegt und in Schuss ist.

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Wir sind nur zu Dritt unterwegs, was natürlich ein Haufen Arbeit auf so einem Hochseetörn ist – ganz besonders, wenn das Boot nicht über einen Autopiloten verfügt Weinendes Smiley.

Trotzdem machen wir uns guten Mutes auf den Weg, da der Wetterbericht ganz vielversprechend ist. Damit man mal sieht, auf welcher Basis man solche Aussagen macht, hab ich hier mal eine entsprechende Seite aus meinem Zygrib-Wettervorhersage-Programm kopiert.

Wetter

Hier sieht man die Wind- und Seegangsverhältnisse am 12. April 2017 um 06.00 Uhr UTC (also acht Uhr morgens deutscher Zeit) zwischen den Kanarischen Inseln und Madeira. Ganz unten am Rand sieht man die Wochentage Sonntag bis Freitag. Eine solche Vorhersagekarte gibt es für diesen Zeitraum, z.B. im Abstand von sechs Stunden. Die kann ich dann z.B. wie einen Zeitrafferfilm ablaufen lassen und so einen sehr guten Überblick über die Wetterdynamik haben. Die Basisdaten dahinter stammen von den amerikanischen Wettersatelliten und können weltweit direkt von einem amerikanischen Wetterserver heruntergeladen werden.

Los geht es also bei warmem, herrlichen Wetter und nicht allzu viel Wind und schon bald liegt Lanzarote hinter uns…

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…und herrliches Segeln vor uns.

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Irgendwann unterwegs – mehrere hundert Kilometer vom nächsten Land weg bekamen wir dann Besuch von diesem kleinen Gesellen:

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Der arme Kern hatte sich wohl ein wenig verflogen und war ziemlich ermattet. Er erkundete dann gründlich das Schiff und setzte sich an allen möglichen Plätzen bin, um sich zu erholen.

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Laufend flog er heraus und wieder herein in die Kabine. Dann allerdings beging er einen großen Fehler: Irgendwann, als wir nicht aufpassten, flog er von außen durch das kleine Fenster in unsere Toilette. Sei es, dass er doch zu entkräftet war, sei es, dass ihn beim Versuch, da wieder herauszukommen, der Schlag getroffen hat. Jedenfalls fand ihn dann nach einiger Zeit der erste, der die Toilette benutzen wollte, tot dort liegen. Wir haben ihm eine ehrenvolle Seebestattung verpasst.

Nach dreieinhalb Tagen erreichten wir dann am Mittwoch, den 12. April um vier Uhr morgens meine Lieblingsmarina Quinta do Lorde an der Westspitze meiner Lieblingsinsel Madeira.

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Man muss nur aufpassen, dass man keine Minderwertigkeitskomplexe bekommt, wenn man direkt neben einem mehr als doppelt so langen Trumm liegt:

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Fachleuten läuft das Wasser im Munde zusammen, wenn sie an der Seite des Kahns dieses Schild sehen:

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Die britischen “Oyster”-Yachten gelten als Inbegriff des sportlichen Luxusbootes schlechthin – und diese 74 Fuß-Auster ist noch eine der kleineren. Listenpreise werden nicht veröffentlicht, aber wir reden da über so irgend etwas um drei Millionen Pfund – netto, vor Mehrwertsteuer, versteht sich.

Und da eine Auster selten allein kommt, lag gleich am Steg noch eine, allerdings ein paar Jahre älter.

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Damit kein Missverständnis aufkommt: Wenn schon ein reicher Mensch so viel Geld für ein Boot ausgibt, dann lieber für so etwas als für ein fettes Motorboot, das sportlich zu nichts nutze ist, meine ich.

Wie seit vielen Jahren üblich, machte ich auch dies Jahr meine gewohnte Inselrundfahrt im Mietauto. Diesmal etwas anders als sonst. Ein Cewmitglied wollte unbedingt selbst fahren (in den letzten sechs Jahren war ja immer ich dran). Das ging dann allerdings manchmal doch arg langsam, weil er natürlich die engen Bergstraßen nicht so gut kannte wie ich und laufend von “Eingeborenen” überholt wurde. Auch das (zumindest für mich) traditionelle Abendessen im Restaurant in Funchal musste ausfallen, weil meine Crew diesmal dazu keine Lust hatte.

Fotos von der Rundfahrt habe ich ja jedes Jahr gezeigt, wen’s interessiert, der schaue sich meine früheren Posts an. Diesmal zeige ich deshalb nur wenig. Natürlich die Statuette mit Brunnen am Aussichtspunkt, wie jedes Jahr:

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Diesmal frisch geputzt und von kiloweise Wachsresten bereit. Ansonsten konnte man zwar manches sehen, aber nicht viel fotografieren. Warum, sieht man hier:

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Auf halber Höhe sah es schon so aus, und je höher wir kamen,  umso mehr landeten wir in den Wolken. Auf unserer Rückfahrt durch das Naturschutzgebiet in den Bergen fuhren wir dann nur durch Nebel und hatten leider keinerlei Ausblick – davon gibt es dann naturgemäß auch keinerlei Fotos.

Ach ja, eine Sache gibt es doch noch zu berichten. Ich halte ja immer an einem bestimmten Aussichtspunkt unterhalb eines Leuchtturms.

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Diesmal war dieser zum ersten Mal geöffnet und man konnte ihn  besichtigen. Kostete nix, man musste sich nur mit Namen und Heimatstadt beim Leuchtturmwärter in ein Buch eintragen. Es war ganz interessant, eine solche Lampe mal von nahem zu sehen. Es ist leider schlecht zu fotografieren, dass es sich bei der Leuchtquelle um gar nicht so große Halogenlampen handelt. Trotzdem war der Aufstieg interessant.

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Geradezu bauhausmäßig wirkte auf mich die Perspektive des Treppenhauses.

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Interessant fand ich nur zum Schluss noch, was sich manche Leute so in Ihren Vorgarten stellen.

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Nach einmal noch kräftig ausschlafen und ergänzen der Lebensmittel- und Wasservorräte fuhren wir dann am Donnerstag, den 13. April um ein Uhr nachmittags los, um die weit über 500 Seemeilen zu den Azoren in Angriff zu nehmen.

Zunächst gab es selbst für mich als alten Madeirahasen noch etwas neues: Bisher bin ich ja von dort aus immer nach Nordosten gefahren bzw. von gekommen. Dismal aber ging es nach Nordwesten, also fuhren wir erst einmal die ganze Länge der Insel nach Westen ab, leider wegen Flaute unter Motor. Da gab es vieles ionteressantes zu sehen. Hier mal ein paar Eindrücke.

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Man beachte oben links die Häuser am Klippenrand. Bei den folgenden Bilder hab ich erst überlegt, was das eigentlich ist. Nur die extreme Ausschnittvergrößerung zeigt, dass  es sich um einen Lastenaufzug handelt.

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Und wer weiß, wo ich früher gewohnt habe, kann sich denken, an qwas kich das hier erinnert:

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Und so langsam verschwand dann Madeira achteraus. Auf Wiedersehn Blumeninsel, im Oktober bin ich wieder da!

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Und dann war da nur noch 900 Kilometer Meer…

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Und wie es weiterging, erzählt der Segelwolf beim nächsten Mal.

So stay tuned!

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Endlich wieder unterwegs


Liebe Freunde meines Blogs, heute gibt es nur eine kurze Meldung, damit Ihr wisst, wo Euer Segelwolf sich rumtreibt.

Letzte Woche bin ich nach Lanzarote geflogen, um die “Paula” von Sailaway für den großen Törn vorzubereiten. Und am Sonntag sind wir dann losgefahren. Das erste Teilstück waren 307 Seemeilen nach Quinta do Lorde auf Madeira, von wo ich diese Zeilen schreibe.

In der Marina Rubicón auf Lanzarote traf ich zusammen mit meinem Freund Markus und seiner Frau Sabine, den Meereszigeunern, mit denen wir dann wieder einmal einige Seemeilen zusammen segeln konnten. Markus überführt eine Yacht nach Mallorca, sodass unser erster Weg von Lanzarote nach Madeira fast gemeinsam war – nur das er auf die Nebeninsel nach Porto Santo ging, weil er es da etwas näher nach Gibraltar hatte.

Auf Madeira traf ich dann zufällig meinen alten Kollegen Dirk wieder, der gerade die gute alte “Pegasus” von Puerto de Mogán auf Gran Canaria nach Emden fährt. Vielleicht treffen wir uns ja im englischen Kanal nochmal wieder.

Zum Schreiben komme ich im Moment nicht viel, das kommt dann später, hier nur mal ein paar Fotos als Appetitanreger:

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Natürlich müssen meine Clubstander von “Transocean” und der “Clubs der Kreuzer-Abteilung” immer mit.

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Und zum Schluss nochmal etwas Abendstimmung auf dem Nordatlantik – mal ohne die kitschigen Rottöne.

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So, in zwanzig Minuten legen wir ab für den nächsten großen Schlag von über 500 Seemeilen auf die Azoren, von da aus gibt’s dann mehr.

So stay tuned!

Hochsee-Schnäppchen


Liebe Freunde und Leser meines Blogs.

Für Kurzentschlossene hätte ich wieder einmal einen interessanten Hochseetörn anzubieten.

Wir fahren am 30. April 2017 in Ponta Delgada auf den Azoren los. Danach folgen 1.100 Seemeilen pures Hochseesegeln nach Osten, bis wir den Englischen Kanal erreicht haben. Je nachdem, wie schnell wir durchgekommen sind, erwarten uns dann noch einige interessante französische Tidehäfen, bis  wir am 12. Mai 2017 in St. Malo / Frankreich ankommen, wo der Törn endet.

Dieser Törn ist nur interessant für Leute, die echtes Hochseesegeln erleben wollen und bereit und in der Lage sind, auch nachts Wache zu gehen. Wer das mag, den erwartet ein intensives Segelerlebnis.

Neben der üblichen Bordkasse kann ich diesen Törn zu äußerst attraktiven Kojenkonditionen anbieten. Wenn Ihr Interesse habt, einfach melden bei Segelwolf@gmx.de.

Ansonsten habe ich gerade meinen ersten SKS-Ausbildungstörn auf der Ostsee hinter mir. Am kältesten Tag hatten wir vier Grad und Schneeregen –brrrr.  Auf dem Azorentörn wird es deutlich wärmer –das verspreche ich!.

Also, wenn Ihr Lust habt, ran an den PC und Mail an mich geschrieben.

Euer Segelwolf

Über den Atlantik–Teil 4: St. Lucia


Es hat lange gedauert, bis ich den Rest meiner Reise schildern konnte.  Viel ist in der Zwischenzeit passiert: Ich war im Januar schon wieder einen Törn auf Lanzarote fahren, danach hatte ich ein paar aufgeschobene Arztbesuche, die letztlich in einen Krankenhausaufenthalt mündeten, um einen kleinen chirurgischen Eingriff machen zu lassen. Danach war ich noch ein bisschen gehandicapt, aber jetzt ist alles wieder im grünen Bereich.

Viel Zeit hatte ich ja nicht auf Saint Lucia. Es reichte aber, sich die Hauptstadt Castries anzuschauen. Der Flugplatz für meinen Rückflug lag genau am anderen Ende der Insel, also bot es sich für mich und meinen Crew-Kollegen an, ein Auto zu mieten, und meine Fahrt zum Flugplatz als Inselrundfahrt zu benutzen. Und genau davon will ich heute ein bisschen erzählen.

Saint Lucia hat ca. 165.000 Einwohner, ist 650 Quadratkilometer groß und liegt direkt neben Martinique. Geographisch gehört es zu den kleinen Antillen, die sich in einem Bogen bis nach Trinidad und zur venezolanischen Küste ziehen. Der Kontrast zu den teilweise ja sehr kahlen Kanaren, von denen wir losgefahren waren, könnte nicht größer sein. Alles ist grün und bunt und fruchtbar. Resultat: Die wichtigsten Einkommensquellen sind Touristen und Bananen.

Von der Marina in Rodney Bay fährt man ungefähr eine halbe Stunde in die Hauptstadt Castries. Am besten macht man das mit einem der unzähligen Kleinbusse japanischer Provenienz. Man steigt ein, fährt bis an sein Ziel und gibt dem Fahrer sein Fahrgeld in die Hand. Tickets, Kassen und solche neumodischen Sachen gibt es natürlich nicht. Braucht man auch nicht, weil der Fahrpreis spottbillig ist.

Auch auf dieser kurzen Strecke bis in die Hauptstadt kann man schon sehen, wie grün die ganze Insel ist.

“Hauptstadt” ist zwar nominell richtig, aber de facto ist das Ganze ein besseres Dorf mit Dreieinhalbtausend Einwohnern, selbst die “Metropolitan Area” oder auf deutsch Groß-Castries hat nur 16.000 Einwohner.

Man kann sich vorstellen, was passiert, wenn in diese Kleinstadtidylle pro Jahr über 650.000 Kreuzfahrttouristen einfallen. Wenn dann ein solcher Kahn in dem Zwergenhafen der Hauptstadt anlegt, sieht das so aus:

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Deutsche Touristen kommen pro Jahr nur rund Dreitausend, und ich vermute mal, dass ein Gutteil davon Segler sind.

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Zwei solche Riesendinger lagen im Hafen. Nicht nur die Stadt war total überfüllt, sondern jeder Kleinbus der Insel war mit Touristen auf Inselrundfahrt unterwegs. Wir haben uns deshalb da gar nicht lange aufgehalten (war waren ja am Vortag schon mal da, allerdings leider ohne Kamera) sondern sind sofort ins das Landesinnere gefahren.

Es war zwar warm, aber gelegentlich gab es doch schon mal einen Tropenschauer.

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Markant für die Insel ist, dass im Großraum der Hauptstadt nur ca. zehn Prozent der Bevölkerung wohnen. Der Rest verteilt sich auf viele kleine Dörfer, in denen nicht nur der Landwirtschaft treibende Teil der Bevölkerung wohnt, sondern auch ein Großteil derer, die im Dienstleistungssektor, also dem Tourismus arbeiten.

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Peugeot ist zwar noch auf der Insel vertreten, aber hier werden jedenfalls keine Autos mehr repariert.

 

Hier mal ein paar Fotos einfach so, ohne größere Kommentare.

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Keine drei Prozent der einheimischen Bevölkerung sind Weiße. Kein Wunder also, dass man außerhalb der Touristenzentren nur Farbige sieht.

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Einer der Gründe, weshalb es im Vergleich zu vielen anderen Inseln in der Karibik so wenige Touristen gibt, die länger bleiben, ist bestimmt, das es fast keine Strände gibt, wie der typische Tourist sie sich vorstellt. Die wenigen Strände sehen zum größten Teil so aus:

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Auch Fischer gibt es nur noch sehr wenige. Wie so oft hat man jahrzehntelang Raubbau an den Fischbeständen getrieben, bis nichts mehr da war. Aber es gibt Hoffnung. Wikipedia schreibt z.B.

“Nachdem in den Jahren nach 1990 immer weniger Fisch gefangen wurde, einigten sich Fischer, Tourismusindustrie und Umweltschützer darauf, Meeresschutzgebiete um St. Lucia einzurichten. Etwa ein Drittel des Korallenriffs um St. Lucia steht seit dem unter absolutem Schutz. In diesem Gebiet darf nicht gefischt werden. Weder Taucher noch Bade-Touristen dürfen sich hier aufhalten. In einigen anderen Gebieten gilt ein gelockerter Schutz. Diese Gebiete sind für Taucher und Badegäste offen. Seit der Einrichtung dieser Schutzgebiete hat sich die Anzahl der Fische
um St. Lucia vervielfacht.”

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Gelegentlich gibt mal einen Aussichtspunkt mit schönem Blick aufs Meer. Es war allerdings nicht leicht, einen Winkel zu finden, aus dem außer mir niemand mehr aufs Bild kam Flirten - Mann

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Was man nicht sieht: Um mich herum wuselte der Inhalt von mindestens zwanzig Kleinbussen mit je 8-9 Insassen und die entsprechende Meute einheimischer  Souvenirverkäufer.
Also nichts wie weiter, am besten gleich zum einheimischen Italiener.

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Damit man sieht, um was es hier geht, hab ich mal das handgeschriebene Schild herausvergrößert:

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Ungefähr auf halber Höhe der Insel stehen zwei ganz hübsche Berge, an deren Fuß das Haupt-Touristenzentrum liegt. Das hab ich natürlich nicht fotografiert, dafür lieber den Ort, in dem die dazugehörigen Einheimischen leben.

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Damit Ihr Euch das mit den Touristen und den Kleinbussen besser vorstellen könnt, hab ich am nächsten Aussichtspunkt mal nicht die Aussicht, sondern die Aussehenden fotografiert:

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Wir sind dann von der Hauptstraße weg ins Landesinnere, dahin sind uns diese Kleinbushorden gottseidank nicht gefolgt. Dafür fanden wir dann wieder die ursprünglichen Dörfer, in die sich kaum ein Tourist hin verirrt.

Deutlich ist hier zu sehen, dass St. Lucia wahrlich keine wohlhabende Insel ist. Das Bruttosozialprodukt pro Kopf sind schließlich gerade mal 11.000 US$.

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Zu einer kleinen Insel gehören natürlich auch kleine Sehenswürdigkeiten, wie zum Beispiel dies allerliebste “Wasserfällchen”:

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Besonders natürlichgeeignet für entsprechende Erinnerungsfotos:

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Da durfte natürlich auch Yours Truly nicht fehlen und hat sich eben mal auch dahin gestellt. Das Mädel oben drüber war allerdings ein kleines bisschen hübscher.

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Ganz witzig fand ich auch die offenen Buggies, die man dort für eine Rundfahrt durch das weniger zugängliche Landesinnere mieten konnte.

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Und in diesem Landesinneren findet man dann noch Gegenden, wo man das Gefühl hat, dass die Zeit komplett stehen geblieben ist:

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Und wenn man dann aus den Bergen kommt, tun sich plötzlich Ausblicke aufs Meer aus, die dann doch wieder typisch für die Karibik sind, und für es sich lohnt, dort hinzufahren.

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Ganz unten im Süden der Insel fanden wir dann doch noch Strände, an die es sich lohnte zu gehen.

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Dort haben wir dann auch am Strand Mittag gegessen. Das Restaurant gehörte zu einem Hostel mit hübschen kleinen Zimmern am Strand – allerdings nicht ganz billig.

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Wenn mein Crewkollege nicht noch hätte zurückfahren müssen und ich nicht zwei Stunden später nach London fliegen wollte, hätten wir uns mit großer Begeisterung hier am Strand einmal durch die Cocktailkarte gearbeitet:

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Sicher war es da auch – diese schwerbewaffnete Polizistin passte auf uns alle gut auf:

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…und wäre es dunkel geworden, hätten wir unseren Weg dank der hervorragenden Beleuchtung mit organischen Stehleuchten auch bestens gefunden:

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So, liebe Leser, das war’s aus der Karibik, zwei Stunden danach saß ich bereits im Flieger der Virgin Atlantic nach London, wo ich dann wegen eines blöden Streiks fast den ganzen Tag herum saß, bis ich dann endlich nach Hamburg weiterfliegen konnte.

Für 2017 gibt es schon viele Pläne. Ab 18. März wird’s erst mal richtig frisch: Ich fahre den ersten SKS-Kurs des Jahres ab Kiel. Mal sehen ob die Häfen der dänischen Südsee dann schon eisfrei sindAlien.

Im April/Mai kommt dann die erste große Reise des Jahres: Von Lanzarote über Madeira, die Azoren, St. Malo nach Kiel. Auf einzelnen  Teilstrecken sind noch Kojen frei. Wer also Lust und Zeit für einen richtigen Hochseetörn hat, melde sich bei segelwolf@gmx.de. Da gibt’s dann alle weiteren Informationen.

Danach im Sommer ist dann wieder die Ostsee dran: Dänemark, Schweden und Polen werden meine Ziele in Wochentörns sein. Meldet Euch – ich freue mich über jeden, der mitfährt.

So stay tuned