Weiter längs der iberischen Küste


Tja, wie mein Freund und Mitsegler Markus prophezeite: “Ab jetzt fängt für Dich der Urlaub an!”

Recht hat er gehabt. Eine so tolle Crew wie auf diesem nächsten Stück von La Coruna bis Madeira habe ich selten gehabt: Alle konnten prima segeln, alle verstanden sich bestens und drei meiner Mitsegler hatten sogar eigene Schiffe. Zudem war auch noch der größte Teil Wiederholer, die schon mehrfach mit mir gefahren waren.

Der Wind war praktisch sofort weg, als ob es den Spuk der Biskaya nie gegeben hätte. Nur die Welle blieb uns noch einige Tage erhalten, weil die sich viel langsamer abbaut als der Wind.

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Es wurde auch langsam Zeit, sich als Teilnehmer der ARC zu outen (neben meinen Segelclubs CKA und TO), in den Marinas unterwegs die angebotenen Rabatte einzustreichen.

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Auch die in den Stürmen eingefangenen Schäden wurden begutachtet, und wo möglich, mit Bordmitteln repariert, wie z.B. diese Leine zum Setzen des Rollgroßsegels.

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Das Wetter wurde immer besser, wie man schön an dieser eingefangenen Abendstimmung sehen kann. Es mag ja kitschig aussehen, aber die Farben sind wirklich so!

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Von La Coruna fuhren wir zunächst nach Camarinas an der galizischen Küste, und am nächsten Tag weiter Richtung Vigo. Davon habe ich diesmal nichts fotografiert. Wenn diese wunderschöne Stadt interessiert, schaue in die älteren Ausgaben meines Blogs, es lohnt sich.

Weiter ging es dann zur ersten Station in Portugal, der alten und ehemals reichen Hafenstadt Porto, der zweitgrößten Stadt Portugals.

Man fährt ein ganz kleines Stück den Douro-Fluss hoch und findet die Marina auf der gegenüber liegenden Seite, kurz vor der Brücke.

Unser erster Job bestand darin, unsere Schraube zu inspizieren. Im vorigen Hafen Leixoes erspürten wir einen kleinen Schlag und ab da vibrierte das Boot beim Fahren unter Maschine etwas. Was mein Mitsegler dann aus der Schraube zog, sieht man unten:

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Wir hatten uns ein Stück hartes Plastik, offensichtlich eine Verpackung von tiefgekühltem Fisch eingefangen, die unter Wasser im Hafenbecken herumschwamm.

In die Stadt kommt man mit zwei ungewöhnlichen Verkehrsmitteln.
Zunächst überquert man den Fluss mit einer uralten Fähre.

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Danach geht es dann mit einer noch viel älteren Straßenbahn weiter in die Stadt.

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Porto ist die zweitgrößte Stadt Portugals und absolut eine Reise wert. Ich stelle hier mal kommentarlos ein kleines Fotoalbum zusammen, dass ein bisschen dieser Schönheit zeigt:

Interessant sind vielleicht noch zwei Dinge:

Dieser Laden gleichzeitig ein Museum und eine Antiquitätenladen für alte Kameras. Wenn jemand so etwas mag, findet er hier sein Paradies. Es gibt kein altes Kameramodell, das hier nicht mit mehreren Exemplaren vertreten ist.

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Der Laden heißt so schön Maquinas de outros tempos (Geräte aus einer anderen Zeit). Ich habe so etwas noch nie gesehen.

Die zweite Sehenswürdigkeit ist ein Park um die Ecke, wo viele dieser absurden Plastiken in vielfacher Ausbildung der immer wieder gleichen Grundidee herumstanden.

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Weiter geht’s beim nächsten Mal.

Ich schreibe dies nachts um zwölf wenige Stunden vor dem Start der Atlantic Rally for Cruisers in Gran Canaria, die mich dann in die Karibik nach St. Lucia und Martinique führen wird. Der Rest mit Lissabon und Madeira wird deshalb noch warten müssen, da ich dringend ins Bett muss (meine ganze Crew schläft schon).

Deshalb verabschiede ich mich jetzt für die nächsten vier Wochen, da ich draußen auf dem Atlantik natürlich kein Netz und keinen Hotspot habe. Alles andere folgt dann kurz vor Weihnachten.

So stay tuned!

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Die eilige Reise geht weiter


Nehmen wir den Faden des letzten Blogs wieder auf: Auf  der einen Seite habe ich es eilig, weil ich ja rechtzeitig in Gran Canaria ankommen muss und außerdem eine neue Crew in La Coruna auf mich wartet. Auf der anderen Seite muss ich natürlich seemännische Vorsicht walten lassen und darf mich durch Termine als Skipper keinesfalls unter ungebührlichen Druck setzen lassen. Dieses Spannungsfeld wird die nächsten Tage und Wochen meiner Reise bestimmen. Es ist halt schon etwas spät im Jahr und die vorherrschende Westwind-Wetterlage macht es auch nicht einfacher nach Westen zu kommen. Da hatte mein Kollege Wolfgang es letztes Jahr viel einfacher: Die ganze Zeit nur ungewöhnlichen Ostwind –  gerade zu ein Genuss im Vergleich zu meiner Reise.

Hier mal ein Bild aus meinem Windvorhersageprogramm, das mein Problem klar aufzeigt:

Wetterkarte 
Seht Ihr den Knubbel da rechts in der Mitte? Das ist Ophelia, genau nördlich von meinem geplanten Kurs. In dem Ding stecken Windgeschwindigkeiten von 65 Knoten oder über 120 km/h drin. Es ist also selbstredend, dass ich abwarten musste, bis der Kerl über Irland und Schottland weitergezogen war. Ich hab dann mit Windstärke 6-7 im englischen Kanal trotzdem noch die letzten Ausläufern mitbekommen.
Vorher sind wir aber von Boulogne-sur-mer über Nacht nach Le Havre gefahren. Ach ja, dies noch:  Wer meinen Blog regelmäßig verfolgt, erinnert sich vielleicht an diese Windkunst an der Hafenausfahrt von Nieuwport:

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Hier beginnt dann auch der Teil der Reise, in dem der Tidenhub, d.h. die Höhendifferenz zwischen Hoch- und Niedrigwasser immer größer wird, und die wechselnden Wassertiefen und Gezeitenströme immer wichtiger für meine Navigation werden.

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Noch ein kleiner Schnappschuss vom Auslaufen, bevor wir im Text weiter nach Le Havre gehen.

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In Le Havre selbst habe ich nicht viel fotografieren können. Ich war ziemlich beschäftigt mit dem Einkauf von Ersatzteilen, einigen Kleinreparaturen und dem Kauf und Einbau neuer Batterien, da die alten mir für die weitere Reise zu schwach waren. Außerdem ist die Stadt fast ohne ältere Gebäude, da sie als deutscher Marinestützpunkt im Zweiten Weltkrieg völlig zerbombt worden war. Alles bis hin zur großen Kathedrale ist neu erbaut. Dieser neue Städtebau gilt neben Brasilia als große städtebauliche Leistung und ist UNESCO Weltkulturerbe. Ich kenne ja beide Städte und muss sagen: Kein Vergleich!

Le Havre ist ja ein großer Containerhafen. Deshalb fand ich zumindest das Kunstwerk auf dem Platz, der den Hafen von der Stadt trennt, mal was außergewöhnliches:

Le Havre Kunstwerk 

Dann ging es an die weitere Reiseplanung. Für das nächste Stück zur Kanalinsel Guernsey gab es vielerlei zu bedenken: Zum einen ist die Victoria Marina in St. Peter Port auf Guernsey ein Tidenhafen mi einem Sill, was bedeutet, dass ich ihn bei meinem Tiefgang nur in einem Zeitfenster von zwei Stunden vor bis zwei Stunden nach Hochwasser anlaufen kann. 30 Meilen davor liegen zwischen der Insel Alderney und dem französischen Cap de la Hague die Alderney Races, eine Enge, die Tidenströme von bis zu 4-5 Knoten produziert. Da sollte man nur durch, wenn das Wasser in der richtigen Richtung fließt. Und das alles nach einer Reise von 80 sm über das freie Wasser, das z.T. gesegelt wird und z.T. unter Maschine. Also reichlich Faktoren, die man in seine Fahrtplanung mit einbeziehen muss. Das Ergebnis dieser Berechnungen führte dazu, dass wir einige Stunden länger in Le Havre blieben und erst Abends um sieben Uhr ausliefen.

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Wie so oft, klappte der Plan nicht ganz, wir waren über zwei Stunden zu spät am Cap de la Hague. So etwas hatte ich aber einkalkuliert, sodass wir exakt zu Hochwasser  problemlos in St. Peter Port auf Guernsey einliefen.

Ich bin drei Wochen später dran als letztes bzw. vorletztes Jahr. Man merkt das z. B. daran, wie leer die Marina schon ist.

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Ursprünglich wollte ich wegen der Orkanausläufer Schutz suchen in meinem Lieblingshafen Lézardrieux. Der liegt 20 km einen selbst bei Niedrigwasser schiffbaren Fluss hoch und ist völlig geschützt. Da der Orkan aber dann doch etwas nördlicher vorbeizog, entschlossen wir uns, gleich von Guernsey weiter nach Westen bis Roscoff zu fahren, um nicht noch einen Tag zu verlieren. Die gute Nachricht: Um sieben Uhr morgens liefen wir aus und zwei Stunden später zog die Kaltfront durch, sodass wir herrlichstes Rückseitenwetter zum segeln hatten.DSC01936

Die schlechte Nachricht: Der Wind drehte auf Südwesten und durch das Kreuzen wurden aus siebzig Seemeilen dann 125 Seemeilen. Segelmäßig war das  mit sechs Windstärken am Wind  ein sehr schöner Segeltag bzw. Segelnacht.

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Am nächsten Morgen um fünf Uhr liefen wir dann in Roscoff ein.

Hier musste ein Mitsegler leider aussteigen und zurück fahren, da ihn die Probleme im Geschäft leider nicht losließen.

Vom Deutschen Wetterdienst holte ich eine individuelle Wetterberatung für die Biskayaüberquerung ein. Ich habe ein gewisses Zeitfenster mit wenig Wind und dann kommt gegen Ende der Woche schon die nächste Starkwindzone an. Wir entschließen uns also, noch am selben Abend um fünf Uhr weiterzufahren und die Biskaya anzugehen. Wohl wissend, dass wir wahrscheinlich die ersten beiden Tage komplett motoren müssen und am dritten Tag kräftigen Wind auf die Nase bekommen.

Zum Zeitpunkt wo ich dies schreibe, sind wir bereits  zwanzig Stunden unterwegs, haben 120 Seemeilen hinter uns und nähern uns langsam dem Kontinentalschelf, wo der Meeresboden auf kürzester Strecke von ca. 120 Meter auf an die 4.000 Meter Wassertiefe abfällt.

Ich bin gespannt, was mich auf diesem Abschnitt noch erwartet. Den Rest werde ich wohl erst in La Coruna schreiben können

-o-o-o-

Uiuiui – das war ein Ritt!

Ich bin ja nun schon ein paar Mal über die Biskaya gefahren, aber das war die bisher übelste Überquerung für mich…

Wie schon erwartet, haben wir mit über 50 Stunden unter Motor begonnen, da entweder überhaupt kein Wind war oder er direkt von vorn kam. Es erwartete uns der letzte schöne Sonnenuntergang für einige Zeit:

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Aber dann:
Am Ende des zweiten Tages frischte es wie erwartet heftig auf. Wir fuhren – wie immer genau gegenan – mit Windstärke 6-7 im dritten Reff. Die Welle baute sich langsam auf 3-4 Meter auf. Dazu regnete es zwischendurch immer wieder. So ging es dann die ganze Nacht durch.

Danach drehte der Wind etwas, sodass wir ca. 80 Seemeilen gut in Zielrichtung vorankamen. Er ließ auch etwas auf 4-5 nach, was für mich ja schon eine Erholung war. Die letzten 24 Stunden waren dann extrem heftig. Der Wind kam wieder mal genau von vorn, sodass wir die ganze Strecke kreuzen mussten. Er frischte auf auf eine volle Windstärke 7, d.h. der Wind wehte konstant mit über 30 Knoten. Zwischendurch kamen immer wieder Regenböen mit 9 Beaufort obendraufBlitz.

Fast 48 Stunden mussten wir das auch noch alles zu zweit fahren, weil unser drittes Crewmitglied unter extremer Seekrankheit litt und ein Totalausfall war. 24 Stunden lang wechselten wir uns alle zwei Stunden am Ruder ab, zumal auch der Autopilot ausgefallen war. Ich bin vier Tage nicht aus den Klamotten gekommen und alles an Bord war klamm und nass.

Am Samstag morgen um halb neun liefen wir dann endlich in La Coruna ein, wo wir von der neuen Crew schon erwartet wurden. Wir hatten das geschafft, womit viele nicht mehr gerechnet hatten: Ich habe Crew und Schiff pünktlich zum Ziel gebracht.

Fazit: Es war tierisch anstrengend. Hervorzuheben ist, dass Schiff und Crew alles prima überstanden haben. Zu keinem Zeitpunkt hatte einer von uns Angst oder das Gefühl, es würde gefährlich. Das würde ich als Skipper auch nie tun. Allerdings müsst Ihr verstehen, dass es von diesem Teil der Reise keine Fotos gibt – dafür hatte ich beim besten Willen keine Zeit und keinen Kopf.

Platt waren wir aber schon, als wir ankamen. Deshalb ein Riesenkompliment an die neue Crew, die uns erst einmal schlafen schickte und dann das Schiff austrocknete und alles putzte. Eine solche selbstverständliche Hilfsbereitschaft habe ich noch nicht erlebt. Ein wenig stolz bin ich schon darauf, dass das alles Wiederholer waren, die früher schon einmal mit mir gefahren waren und jetzt wiedergekommen sind.

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Und jetzt hat für mich ein Erholungsteil begonnen. Herrlichstes Wetter mit Sonnenschein, wenig Wind, Abends gute Restaurants (nach fünf Tagen ohne eine wirkliche warme Mahlzeit…) und eine tolle Crew von Seglern mit sehr viel Erfahrung, die mir das Leben an Bord leicht machen. Heute und gestern hab ich erst einmal viel geschlafen.

Jetzt fahre ich erst einmal die ganze spanische und portugiesische Küste herunter mit dem Ziel, am kommenden Freitag in Lissabon zu sein.

Aber darüber berichte ich dann das nächste Mal.

So stay tuned.

Durch den Kanal nach Hause


Von dem Ritt über den Atlantik mit ganz kleiner Mannschaft von den Azoren nach Brest gibt es leider so gut wie keine Fotos. Ich war entweder zu müde oder zu beschäftigt zum Fotografieren. Probleme hatten wir ein paar: Aufgrund eines unglücklichen Vorfalls auf den Azoren war eine unser Batterien defekt, sodass wir laufend zu wenig Strom zur Verfügung hatten. In diesem Fall kann man zwar die Maschine laufen lassen, um mittels der Lichtmaschine die Batterien zu laden, aber dann steht man vor der Frage: Hab ich lieber keinen Strom oder lieber keinen Diesel mehr?Flirten - Mann

Zusätzlich riss und bei 7 Beaufort drei Tage vor Brest noch das Großsegel, sodass wir nur noch im zweiten Reff fahren konnten. Das war eher weniger schlimm, weil wir eh genug Wind hatten.

In Brest angekommen, musste dann erst einmal anständig an Land gespachtelt werden. Ich bin ja eher sonst nicht der Hamburger-Freund, aber diese erste Mahlzeit an Land hatte schon was…

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In Brest stieg ein junger Mann aus und zwei Mädels ein, sodass ich den Rest der Tour mit sozusagen mit einem Dreimädelschiff fuhr, hat aber bestens geklappt.

Nach zwei Jahren fuhr ich auch endlich wieder einmal nach Lezardrieux, weil die Flussfahrt bei einem Tidenhub von ca. 7 Metern immer wieder spannend und landschaftlich beeindruckend ist. Besonders die Seezeichen sind eine Reise wert.

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Vorher musste frau aber erst seefest werdenZwinkerndes Smiley

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Hier ein paar Bilder der Flussfahrt bei relativ niedrigem Wasserstand. Ihr könnt Euch vorstellen, dass man schon genau im Fahrwasser bleiben muss, wenn bei Hochwasser alle diese Felsen unsichtbar unter Wasser sind, sonst rummst es ziemlich.

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Kalt war es leider auch ziemlich, da wir inzwischen wieder in nördlicheren Gefilden angekommen waren. (Sozusagen der Vorbote des Nicht-Sommers, unter dem ich den Rest der Zeit bis heute in der Ostsee leiden durfte…)

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Ca. 20 Km flussaufwärts kommt man dann zur Marina von Lezardrieux. Diese besteht aus zwei Teilen: Der äußere ist ein Tidenhafen mit Schwimmstegen, die zwischen Niedrigwasser und Hochwasser mehrere Meter auf und ab fahren:

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(Man beachte die Werbung für das Blues-Festival –leider waren wir einen Tag zu früh da)

und dem inneren Hafen, der nur bei hohem Wasserstand anzulaufen und sonst vom Fluss abgesperrt ist:

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Ihr seht unten in der Einfahrt die Stufe. Erst wenn das Wasser noch midestens drei Meter höher als auf dem Foto ist, schaltet die Ampel auf Grün und man kann zwischen diesen Stangen (die Fahrwassertonnen sind) in  den Hafen hineinfahren. Heraus kommt man natürlich auch erst wieder bei Hochwasser.

Wir  hatten es aus Zeitgründen ziemlich eilig, nach Hause zu kommen, deshalb fasse ich mich hier auch kurz. Wer über die angelaufenen Häfen mehr sehen möchte, geht einfach in meinem Blog zwei Jahre zurück und findet ausführlichere Berichte mit viel mehr Fotos.

Unser nächster Stopp war St. Peter Port, die Hauptstadt der Kanalinsel Guernsey, über die ich ja auch schon mehrfach berichtet habe. Deshalb hier auch nur ein neues Bild des Tidehafens, in den man bei ca. 10 Metern Tidenhub auch nur bei Hochwasser hineinkommt.

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Guernsey liegt ja eigentlich nicht im englischen Kanal, obwohl man sie “Channel Island” nennt, sondern ziemlich dicht vor der französischen Küste.

Deshalb ging es natürlich auch jetzt in Frankreich weiter. Wir liefen eine sehr nette französische Kleinstadt an, die ich noch nicht kannte: Fécamp. Mit einem größeren Boot als unsere gute “Paula” wäre das nicht ganz so einfach gewesen, da es dort echt eng und flach ist. Wir haben aber dort einen sehr schönen Abend verbracht und gut gegessen.

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Zwei Dinge sind mir in Fécamp besonders im Gedächtnis geblieben:

Zum einen unser Restaurant, das auf den Vorlegepapieren die Wartezeit für das Essen mit Sudokus versüßte.

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Und zum anderen ein wahrlich beeindruckendes Antiquitätengeschäft – oder wie man diesen ´Laden sonst nennen soll…

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Von dort ging es dann weiter den Kanal hinauf über Boulogne-sur-Mer nach Nieuwport in Belgien. Der Wind wurde leider immer weniger, sodass wir große Strecken motoren mussten. Außerdem kamen wir langsam zeitlich in die Bredouille, sodass wir beschlossen, von Nieuwport direkt bis zum Nord-Ostsee-Kanal durchzufahren, und nur einen kleinen Einkaufsstopp von drei Stunden in den Helder zu machen. Dadurch kamen wir dann noch in den Genuss von wunderschönen Sonnenunter- und Aufgängen auf See.

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Wie man sieht, wurde ich von den Mädels prima versorgt. Ich erinnere mich gerne an diese äußerst leckeren Pfannkuchen in größeren Mengen:

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Spannend war es, unglücklicherweise nachts um zwei genau vor der Wesermündung in dicken Nebel mit Sichtweiten von unter 100 Metern zu geraten. Ich bin da ja nicht in der sicheren Küstenverkehrszone, sondern muss die Haupt-Schifffahrtslinie kreuzen, auf der alles fährt, was in die Weser oder die Jade will oder da herauskommt. Ich habe mich per Funk bei der Verkehrszentrale “German Bight Traffic” gemeldet und laufend meine Position durchgegeben, da trotz genauer Angabe die Radar-Reflektoren (ich hatte sogar zwei davon in der Takelage hängen) es der Radarstation nicht ermöglichten, mein Boot im Radar zu sehen. Aber alles ging gut, es war gottseidank in dieser Nacht kaum Verkehr unterwegs.

Als wir dann in die deutschen Gewässer kamen, habe ich als erstes den Kegel für Maschinenfahrt unter Segel gesetzt, um nicht wieder in eine Falle zu laufen. Meine regelmäßigen Leser wissen: Letztes Jahr durfte ich auf Rügen dafür ein 35-Euro-Knöllchen bezahlenVor Wut kochen.

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So langsam kam die Elbmündung näher, damit auch der Verkehr mit dicken Pötten und die Luft roch nach zuhause.

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Da wir nach der durchfahrenen Nacht jetzt mittags bereits vor Brunsbüttel waren, beschlossen wir, doch noch durchzuschleusen, auch wenn wir wussten, wir schaffen den Kanal heute nicht mehr. Sportboote dürfen dort im dunkeln nicht fahren).

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Immerhin kamen wir noch bis zur Gieselauschleuse, fast auf halber Strecke, wo wir geradezu idyllisch übernachteten, wenn auch ohne Strom und neues Frischwasser.

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Am nächsten Morgen recht früh ging es dann weiter.

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und gegen Mittag kamen wir dann so langsam Richtung Kiel. Der Eigner (dessen Tochter ich an Bord hatte) kam uns mit dem Auto entgegen, um uns schon vorher zur Begrüßung zuzuwinken.

Für die Ankunft bereitete ich das Schiff dann nach alter Seglertradition vor: In die Backbordsaling werden alle Gastlandflaggen der besuchten Länder gehängt. Eine fehlte leider, weil ich keine spanische Flagge mehr hatte.

 

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Damit endete dann eine Reise, die mich in sieben Wochen über 3.214 Seemeilen hohe See führte. Das ist weiter als die Strecke von den Kanarischen Inseln in die Karibik, die ich im letzten Winter fuhr. Ich habe viele interessante Gegenden kennengelernt, seemännisch viel erlebt und habe nicht zugenommen (auch ein Erfolg Daumen hoch)

Den Sommer über war ich sehr viel auf der Ostsee unterwegs, teils Einwochentörns mit Gästen ab Rügen oder Kiel, und dazu diverse Kurse Sportbootführerschein und Sportküstenschifferschein, also das ganz normale Sommergeschäft, über das es nicht so viel zu berichten gibt.

Aber Ende September geht es dann wieder los auf ganz große Fahrt: Es steht der Törn Rostock – Gran Canaria – St. Lucia an, also wieder einmal reichlich Hohe See, von der ich dann rechtzeitig zu Weihnachten am 23. Dezember wieder zurück bin. Davon gibt es scher wieder viel zu berichten.

So stay tuned!”“

Mehr von den Azoren


 

Mann, ich hinke ja so was von hinterher mit meinem Blog, aber wenn ich zuhause bin,ist hier so viel zu tun, dass ich nicht zum schreiben komme, und segelnderweise war ich in diesem “Sommer” (mehr als Anführungsstriche hat er ja nicht verdient…) hauptsächlich auf Rügen und in Kiel unterwegs. Wenn ich da Führerscheinausbildung mache, komme ich auch zu nix, weil meine Schüler mich von früh bis spät fordern.

Wo war ich stehen geblieben? Ach ja, in Ponta Delgada, der Hauptstadt der Azoren. Um mehr von der Insel Sao Miguel zu sehen, fuhren wir in den zweiten Hafen auf der Insel: Vila Franca do Campo.

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Vila Franca war früher die erste Hauptstadt der Azoren. Heute ist es eine schnuckelige Kleinstadt mit knapp über 4.000 Einwohnern. Man erkennt an den Häusern aber durchaus den Wohlstand und an den öffentlichen Bauten die ehemalige Pracht.

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Interessant ist zum Beispiel, dass praktisch alle Häuser vorne kleine religiöse Tafeln hängen haben, die ich anderswo so noch nicht gesehen habe. Hier ist mal ein Beispiel:

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In der Ausschnitt-Vergrößerung  sehen diese Tafeln so aus.Wie in ganz Portugal üblich, sind diese Bilder auf Kacheln gemalt:

 

Die Stadt wirkt außerordentlich gepflegt mit hübschen kleinen Palästen und Kirchen. Ab und zu bieten sich Ausblicke auf das Meer.

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In Vila Franca wohnten der Lehnsherr der Insel, der
Gründeradel und die Großgrundbesitzer. Bis 1518 war hier die
Zollbehörde ansässig und schnell wurde der Ort zur wichtigsten
Siedlung auf der Insel. In der Nacht vom 21. auf den 22. Oktober 1522
wurde der Ort jedoch von einem durch ein Erdbeben verursachten
Erdrutsch zerstört. Die gesamte Bevölkerung von etwa 5.000
Menschen kam dabei ums Leben. Danach wurde die Hauptstadt
nach Ponta Delgada verlagert, das diesen Status bis heute erhalten hat.
Vila Franca erholte sich wieder und ist heute ein blühendes Kreisstädtchen.

Neben wunderschönen Häusern gibt es viele kleine Parks mit gepflegten Blumen.

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Wir nutzten den freien Tag, um mit dem Bus in die Berge zu fahren und uns eine weitere Insel-Attraktion anzusehen: Die heißen Quellen von Furnas.

Dies 6 km lange Hochtal ist viel wärmer als der Rest der Insel und hat auch eine höhere Luftfeuchtigkeit, sodass in diesem Mikroklima Pflanzen gedeihen, die es sonst auf der Insel nicht gibt, wie z.B. Zedern oder Araukarien. Die Hauptattraktion sind aber die im Tal
entspringenden insgesamt 23 warme bis heiße Mineralquellen – einige von ihnen sind Geysire – mit bis zu 98 Grad Wassertemperatur. Also besser nicht dort baden – mal ganz abgesehen vom Schwefelgestank.  Interessant ist das aber schon:

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Nach den heißen Quellen machten wir einen Abstecher zum Landwirtschaftlichen Institut der Azoren, das hier eine Jungpflanzenzucht unterhält. Außerdem gibt es eine Zucht der verschiedensten Fasanenarten, großartige und wunderschöne Vögel, einfach sehenswert.

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Einen großen Teil des Tales nimmt die “Lagoa das Furnas” ein, ein vulkanischer See an der tiefsten Stelle des Tales. Natürlich gibt es auch hier wieder die heißen Quellen.

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Hier wurden die heißen Quellen bzw. der heiße Sand traditionell zum Kochen benutzt – sogar die hiesigen Gourmetrestaurants garen hier ihren Bratenvor. Man bastelt sich kleine Öfen im heißen Sand, versenkt den Topf dort und buddelt das Ganze wieder zu. Soll hinterher sehr zart und schmackhaft sein. Leider hatten wir keine Zeit, es zu probieren.

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Nach einer Viertelstunde  Warten in einer der beeindruckendsten Bushaltestellen, die ich kenne

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fuhren wir mit dem Bus zurück nach Vila Franca zurück, von wo wir dann die große Reise antraten.

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Am nächsten Nachmittag starteten wir dann zum größten einzelnen Teilstück des Törns: Direkt von den Azoren über den Atlantik und die Biskaya nach Brest in Frankreich. Gottseidank wussten wir da noch nicht, welche Hindernisse wir unterwegs zu überwinden hatten:

  • Aufgrund eines durchtrennten Stromkabels im Hafen war ein Teil unserer Batterien im Eimer. Zum Schluss mussten wir auf eine Stunde Segeln eine Stunde Motorlaufzeit zum Batterien laden einplanen.
  • Das führte natürlich dazu, dass uns gegen Ende des Törns langsam aber sicher der Diesel ausging (Ich hatte aber noch genug Reserve verstecktZwinkerndes Smiley.
  • Wettermäßig war alles dabei, von herrlichem Raumschotswind bis Windstärke 7 gegenan.
  • Zwei Tage vor dem Ziel riss uns auch noch bei besagter Windstärke 7 das Großsegel beim 2. Reff.
  • Und generell war es für mich ziemlich anstrengend, da ich mit zwei ganz lieben jungen Menschen unterwegs war, die aber beide Anfänger auf einer Segelyacht waren. Neben regelmäßigem Wache gehen blieb also auch sonst viel für mich zu tun – unter anderem kochen, da die beiden sich unter Deck kaum aufhalten konnten.

Nach fast vierzehn Tagen und über 1.300 Seemeilen kamen wir dann endlich in Brest an. Fotos gibt’s von diesem Teilstück leider keine, da ich aus verständlichen Gründen nicht zum Fotografieren gekommen war.

Den Rest des Törns durch den Englischen Kanal, die Nordsee und den Nord-Ostsee-Kanal bis Kiel gibt’s dann im nächsten Post.

So stay tuned.

Sao Miguel / Azoren–die Erste


Seit meiner Überführung über die Azoren nach Kiel ist schon wieder einige Zeit vergangen und ich segele seit drei Wochen schon wieder auf der Ostsee herum. Deshalb hatte ich wenig Zeit zum Bloggen. Außerdem arbeite ich gerade an einem neuen größeren Projekt, das erhebliche Veränderungen auf meiner website mit sich bringen wird – Ihr dürft gespannt sein, aber es wird noch eine Weile dauern. Der Hauptgrund ist, dass ich auf dem Boot nicht nur weniger Zeit für solche Dinge habe, sondern in den meisten Häfen auch nicht genug WLAN-Bandbreite habe, um im Internet arbeiten zu können.

Wie ging es also damals weiter? Wir fuhren als nächstes nach Ponta Delgada, der Hauptstadt der Azoreninsel Sao Miguel und der Azoren insgesamt.

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Ponta Delgada hat einen schön gelegenen sehr internationalen Yachthafen und direkt dahinter eine gut gepflegte schöne Altstadt, die natürlich auch das Touristenzentrum der Insel ist.

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Und hier lag dann unsere PAULA und erwartete die neue Crew für die Atlantikfahrt nach Frankreich.

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Als erstes erkundete ich ein bisschen die Hafenpromenade, wo an der Außenseite vor der Marina auch die großen Kreuzfahrtschiffe anlegen, die in ihrer Häufigkeit und mit den Tausenden für fünf Stunden an Land ausgespuckten Passagieren langsam zu einer Plage werden, von der aber nicht alle sich anstecken lassen.

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Neben den schön restaurierten Gebäuden fanden sich aber auch interessante Graffitis, das gab Brüche im Stadtbild, die aber durchaus hineinpassten.

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Auch die “kriegerische” Seite der Insel haben wir uns angeschaut, z.B. das Fort, das früher den Hafen bewachte. Sehr viele Schüsse im Ernst sind im Laufe der Jahrhunderte nicht abgefeuert worden, aber die Portugiesen haben ihr Land schon gut verteidigt. Gerade in den Weltkriegen haben sowohl Deutschland als auch die Alliierten ein begehrliches Auge auf die Azoren geworden als Stützpunkt auf dem Wege von Europa nach Amerika (oder umgekehrt).

Umso friedlicher stimmt die Tatsache, dass eines der wichtigsten Ausstellungsstücke im Militärmuseum eine alte Gulaschkanone ist.

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Auch hier sah man neben englischem vor allem auch deutsches Material.

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Interessanter waren allerdings die Ausblicke von der Oberseite des Forts auf die Stadt und den Hafen. Das Museum selbst war leider geschlossen wegen einer Veranstaltung.

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Von Ponta Delgada fuhren wir dann nach Vila Franca do Campo, dem zweiten Yachthafen auf der Insel. Vila Franca ist eine sehr nette Kleinstadt mit großer Vergangenheit, die früher einmal der wichtigste Ort auf der Insel war.

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Ach ja, das ist, glaube ich, der richtige Zeitpunkt, um Euch ein kleines Rätsel aufzugeben:

Wie nennt man etwas,das sich dadurch auszeichnet, dass es hohl ist, mit warmer Luft arbeitet, und, wenn es sich aufbläst, lautes Gequäke von sich gibt?

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Mehr zu den Azoren gibt’s dann im nächsten Teil.

So stay tuned.

Auf geht’s nach Madeira


Wieder einmal bin ich auf dem Weg zu einer meiner Lieblingsinseln – inzwischen schon zum sechsten Mal. Während ich bisher immer von bzw. nach Gran Canaria oder Teneriffa unterwegs war, ist diesmal Lanzarote mein Ausgangspunkt. Die Marina Rubicón liegt an der Westseite der Insel, genau gegenüber von  Fuerteventura, das nicht allzu weit entfernt ist.

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Diesmal bin ich mit der “Paula” unterwegs, die für eine solche Hochseereise fast ein bisschen klein ist, sich aber bei jedem Wetter tapfer schlägt.  “Paula” ist eine siebzehn Jahre alte Dufour 35 Classic, die außergewöhnlich gut gepflegt und in Schuss ist.

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Wir sind nur zu Dritt unterwegs, was natürlich ein Haufen Arbeit auf so einem Hochseetörn ist – ganz besonders, wenn das Boot nicht über einen Autopiloten verfügt Weinendes Smiley.

Trotzdem machen wir uns guten Mutes auf den Weg, da der Wetterbericht ganz vielversprechend ist. Damit man mal sieht, auf welcher Basis man solche Aussagen macht, hab ich hier mal eine entsprechende Seite aus meinem Zygrib-Wettervorhersage-Programm kopiert.

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Hier sieht man die Wind- und Seegangsverhältnisse am 12. April 2017 um 06.00 Uhr UTC (also acht Uhr morgens deutscher Zeit) zwischen den Kanarischen Inseln und Madeira. Ganz unten am Rand sieht man die Wochentage Sonntag bis Freitag. Eine solche Vorhersagekarte gibt es für diesen Zeitraum, z.B. im Abstand von sechs Stunden. Die kann ich dann z.B. wie einen Zeitrafferfilm ablaufen lassen und so einen sehr guten Überblick über die Wetterdynamik haben. Die Basisdaten dahinter stammen von den amerikanischen Wettersatelliten und können weltweit direkt von einem amerikanischen Wetterserver heruntergeladen werden.

Los geht es also bei warmem, herrlichen Wetter und nicht allzu viel Wind und schon bald liegt Lanzarote hinter uns…

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…und herrliches Segeln vor uns.

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Irgendwann unterwegs – mehrere hundert Kilometer vom nächsten Land weg bekamen wir dann Besuch von diesem kleinen Gesellen:

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Der arme Kern hatte sich wohl ein wenig verflogen und war ziemlich ermattet. Er erkundete dann gründlich das Schiff und setzte sich an allen möglichen Plätzen bin, um sich zu erholen.

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Laufend flog er heraus und wieder herein in die Kabine. Dann allerdings beging er einen großen Fehler: Irgendwann, als wir nicht aufpassten, flog er von außen durch das kleine Fenster in unsere Toilette. Sei es, dass er doch zu entkräftet war, sei es, dass ihn beim Versuch, da wieder herauszukommen, der Schlag getroffen hat. Jedenfalls fand ihn dann nach einiger Zeit der erste, der die Toilette benutzen wollte, tot dort liegen. Wir haben ihm eine ehrenvolle Seebestattung verpasst.

Nach dreieinhalb Tagen erreichten wir dann am Mittwoch, den 12. April um vier Uhr morgens meine Lieblingsmarina Quinta do Lorde an der Westspitze meiner Lieblingsinsel Madeira.

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Man muss nur aufpassen, dass man keine Minderwertigkeitskomplexe bekommt, wenn man direkt neben einem mehr als doppelt so langen Trumm liegt:

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Fachleuten läuft das Wasser im Munde zusammen, wenn sie an der Seite des Kahns dieses Schild sehen:

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Die britischen “Oyster”-Yachten gelten als Inbegriff des sportlichen Luxusbootes schlechthin – und diese 74 Fuß-Auster ist noch eine der kleineren. Listenpreise werden nicht veröffentlicht, aber wir reden da über so irgend etwas um drei Millionen Pfund – netto, vor Mehrwertsteuer, versteht sich.

Und da eine Auster selten allein kommt, lag gleich am Steg noch eine, allerdings ein paar Jahre älter.

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Damit kein Missverständnis aufkommt: Wenn schon ein reicher Mensch so viel Geld für ein Boot ausgibt, dann lieber für so etwas als für ein fettes Motorboot, das sportlich zu nichts nutze ist, meine ich.

Wie seit vielen Jahren üblich, machte ich auch dies Jahr meine gewohnte Inselrundfahrt im Mietauto. Diesmal etwas anders als sonst. Ein Cewmitglied wollte unbedingt selbst fahren (in den letzten sechs Jahren war ja immer ich dran). Das ging dann allerdings manchmal doch arg langsam, weil er natürlich die engen Bergstraßen nicht so gut kannte wie ich und laufend von “Eingeborenen” überholt wurde. Auch das (zumindest für mich) traditionelle Abendessen im Restaurant in Funchal musste ausfallen, weil meine Crew diesmal dazu keine Lust hatte.

Fotos von der Rundfahrt habe ich ja jedes Jahr gezeigt, wen’s interessiert, der schaue sich meine früheren Posts an. Diesmal zeige ich deshalb nur wenig. Natürlich die Statuette mit Brunnen am Aussichtspunkt, wie jedes Jahr:

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Diesmal frisch geputzt und von kiloweise Wachsresten bereit. Ansonsten konnte man zwar manches sehen, aber nicht viel fotografieren. Warum, sieht man hier:

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Auf halber Höhe sah es schon so aus, und je höher wir kamen,  umso mehr landeten wir in den Wolken. Auf unserer Rückfahrt durch das Naturschutzgebiet in den Bergen fuhren wir dann nur durch Nebel und hatten leider keinerlei Ausblick – davon gibt es dann naturgemäß auch keinerlei Fotos.

Ach ja, eine Sache gibt es doch noch zu berichten. Ich halte ja immer an einem bestimmten Aussichtspunkt unterhalb eines Leuchtturms.

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Diesmal war dieser zum ersten Mal geöffnet und man konnte ihn  besichtigen. Kostete nix, man musste sich nur mit Namen und Heimatstadt beim Leuchtturmwärter in ein Buch eintragen. Es war ganz interessant, eine solche Lampe mal von nahem zu sehen. Es ist leider schlecht zu fotografieren, dass es sich bei der Leuchtquelle um gar nicht so große Halogenlampen handelt. Trotzdem war der Aufstieg interessant.

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Geradezu bauhausmäßig wirkte auf mich die Perspektive des Treppenhauses.

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Interessant fand ich nur zum Schluss noch, was sich manche Leute so in Ihren Vorgarten stellen.

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Nach einmal noch kräftig ausschlafen und ergänzen der Lebensmittel- und Wasservorräte fuhren wir dann am Donnerstag, den 13. April um ein Uhr nachmittags los, um die weit über 500 Seemeilen zu den Azoren in Angriff zu nehmen.

Zunächst gab es selbst für mich als alten Madeirahasen noch etwas neues: Bisher bin ich ja von dort aus immer nach Nordosten gefahren bzw. von gekommen. Dismal aber ging es nach Nordwesten, also fuhren wir erst einmal die ganze Länge der Insel nach Westen ab, leider wegen Flaute unter Motor. Da gab es vieles ionteressantes zu sehen. Hier mal ein paar Eindrücke.

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Man beachte oben links die Häuser am Klippenrand. Bei den folgenden Bilder hab ich erst überlegt, was das eigentlich ist. Nur die extreme Ausschnittvergrößerung zeigt, dass  es sich um einen Lastenaufzug handelt.

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Und wer weiß, wo ich früher gewohnt habe, kann sich denken, an qwas kich das hier erinnert:

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Und so langsam verschwand dann Madeira achteraus. Auf Wiedersehn Blumeninsel, im Oktober bin ich wieder da!

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Und dann war da nur noch 900 Kilometer Meer…

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Und wie es weiterging, erzählt der Segelwolf beim nächsten Mal.

So stay tuned!

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Hochsee-Schnäppchen


Liebe Freunde und Leser meines Blogs.

Für Kurzentschlossene hätte ich wieder einmal einen interessanten Hochseetörn anzubieten.

Wir fahren am 30. April 2017 in Ponta Delgada auf den Azoren los. Danach folgen 1.100 Seemeilen pures Hochseesegeln nach Osten, bis wir den Englischen Kanal erreicht haben. Je nachdem, wie schnell wir durchgekommen sind, erwarten uns dann noch einige interessante französische Tidehäfen, bis  wir am 12. Mai 2017 in St. Malo / Frankreich ankommen, wo der Törn endet.

Dieser Törn ist nur interessant für Leute, die echtes Hochseesegeln erleben wollen und bereit und in der Lage sind, auch nachts Wache zu gehen. Wer das mag, den erwartet ein intensives Segelerlebnis.

Neben der üblichen Bordkasse kann ich diesen Törn zu äußerst attraktiven Kojenkonditionen anbieten. Wenn Ihr Interesse habt, einfach melden bei Segelwolf@gmx.de.

Ansonsten habe ich gerade meinen ersten SKS-Ausbildungstörn auf der Ostsee hinter mir. Am kältesten Tag hatten wir vier Grad und Schneeregen –brrrr.  Auf dem Azorentörn wird es deutlich wärmer –das verspreche ich!.

Also, wenn Ihr Lust habt, ran an den PC und Mail an mich geschrieben.

Euer Segelwolf