War wohl nix mit Fuerteventura


Heute morgen sind wir nach dem Frühstück ausgelaufen, um den langen Schlag von ca. 100 Meilen Luftlinie nach Fuerteventura anzugehen. Drei verschiedene Wettervorhersagen waren sich einig, dass wir Nordostwind Stärke fünf zu erwarten hatten. Dagegen anzubolzen ist zwar ein bisschen unbequem, aber machbar – hamwa ja nicht zum ersten Mal gemacht.

Pustekuchen, kaum waren wir aus der Abdeckung der Insel hinaus, briste es immer mehr auf, bis wir konstant über dreißig Knoten Wind hatten und in Böen bis zu vierzig Knoten. Und das heißt Windstärke sieben, in Böen bis acht. Da ich die neue Crew nicht überfordern will und kann, haben wir also entschieden, die Überquerung abzubrechen und den Hafen Puerto de Pasito Blanco auf Gran Canaria anzulaufen. Ein sehr schöner kleiner privater Hafen (mit hervorragenden Klos und Duschen – für den Skipper fast das wichtigste Kriterium).

Jetzt werden wir morgen einen  zweiten Anlauf nehmen.

Weihnachten an Bord


Als erstes wünsche ich allen Lesern meines Blogs ein ruhiges und gesegnetes Weihnachtsfest. Wie ich höre, ist das Wetter in Deutschland ja nicht gerade weihnachtlich kalt. Hier aber natürlich auch nicht. Ein Teil der Crew war gestern baden!

Nichtsdestotrotz haben wir es uns hier weihnachtlich gemacht. Da wir ja mehrere hervorragende Köchinnen an Bord haben, beschloss die Crew, im Hafen frischen Fisch zu kaufen und unser festliches Weihnachtsessen an Bord zu veranstalten. Wir begannen mit einem bunten Salat, zu dem es Champagner gab, gefolgt von einem äußerst leckeren Einheimischen Fisch namens Fula (Beryx Decadactylus)

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Mit vereinten Kräften und den Ressourcen des örtlichen SPAR haben wir dann eine schöne Weihachtstafel hhinbekommen.

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Und anschließend sah es dann so aus:

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Gekrönt wurde das Ganze dann anschließend noch mit einem guten spanischen Brandy zur Verdauung und (Insider wissen Bescheid) dem Krabben-Song.

Heute stehen wir jetzt früh auf, denn heute beginnt der große schlag nach Fuerteventura. Ich werde also frühestens in einigen Tagen wieder von mir hören lassen.

Warum bloß kann man den Passatwind nicht umdrehen?


Unser erster Törn führte uns von Gran Canaria nach Nordosten, weil wir Fuerteventura und Formentera besuchen wollten. Also liefen wir relativ früh aus Puerto Mogán aus, weil die Strecke doch recht groß ist: Erst einmal um die halbe Insel Gran Canaria herum und dann über das Meer Richtung Fuerteventura. Nun liegen wir in der Passatzone, d-h- die vorherrschende Windrichtung ist Nordost. Und wo liegt Fuerteventura in Bezug auf Gran Canaria? Richtig – genau im Nordosten!

Also hieß es gegenan segeln und kreuzen. Der Wind war typischer Passat, das heißt Windstärke vier, oft auch fünf und manchmal eine kleine Bö noch etwas stärker. Alles kein Problem, wenn man rechtzeitig vernünftig gerefft hat. Hinzu kommt aber die – im Vergleich zum Mittelmeer oder der Ostsee doch deutlich  größere Welle, Die erreichte zwar für hiesige Verhältnisse “nur” bescheidene 1,5 bis 2 Meter, das reichte aber, einen erheblichen Teil der Mannschaft zum Opfern aller bisherigen Mahlzeiten zu bringen.

Nachts dann Wache gehen – ob man kotzen muss oder nicht!  Am nächsten Tag wurde es dann deutlich ruhiger, sodass wir nach Ankunft in Fuerteventura beschlossen, gleich noch weiter die Insel entlang zu einem schöneren Hafen namens Gran Tarajal. Bei der Ankunft hatten wir dann fast 35 Stunden segeln und insgesamt 175 Seemeilen hinter uns.

Belohnt wurden wir dann abends mit einem der besten Fischrestaurants. Ich hatte den Hafenpolizisten gefragt, was er empfiehlt. Der schickte uns zu einem völlig unscheinbaren Laden, der aber das Restaurant der Fischer-Genossenschaft von Gran Tarajal war. Hier nur mal einen Blick auf die Fischplatte für fünf Personen:

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Mit diesen Fischmengen im Bauch und einem anständigen Schnaps lässt sich’s an Bord hervorragend schlafen.

Am nächsten Morgen ging’s dann ausgeruht weiter nach Formentera. Inzwischen hatte der Passat sich leider ausgeblasen, sodass wir den ganzen Weg motoren mussten.

Vorbei kommt man an den schönsten und einsamsten Stränden Fuerteventuras.

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Am Nachmittag liefen wir dann in der Marina Rubicón auf Lanzarote ein. Ein für hiesige Verhältnisse hervorragend ausgestatteter Hafen mit außergewöhnlich freundlichem und hilfsbereitem Personal.

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Hier lohnt es sich, nochmals hinzufahren und die Gegend mehr zu entdecken. Und genau das habe ich beim nächsten Törn vor.

Am nächsten Tag haben wir ausgeschlafen, ein wenig den Ort angeschaut und sind dann mittags zurück nach Gran Canaria aufgebrochen – wieder ein Übernacht-Törn von knapp 140 Meilen. Zwar vor dem Wind (man erinnere sich: Nordost-Passat), aber leider war der ziemlich eingeschlafen, sodass wir große Teile der Strecke unter Motor laufen mussten. Unter dem atlantischen Sternenhimmel nachts an den Lichtern von Las Palmas vorbeizufahren, ist schon ein Erlebnis.

Auf Vorschlag eines Crewmitglieds sind wir dann andersherum an Gran Canaria vorbeigefahren und haben uns die selten gesehene Nordwestküste angeschaut. Unwirtliche Felsenlandschaften mit einigen wenigen Sandstränden, die zu Land fast nicht zu erreichen sind. In einer dieser einsamen Buchten haben wir dann geankert und Ende Dezember noch herrlich gebadet.

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Von da waren es dann noch zehn Meilen zurück nach Puerto de Mogán, wo ein sehr schönes, aber seglerisch anspruchsvoller Törn zu Ende ging. In sechs Tagen dreihundertsechzig Seemeilen ist nicht von Pappe.

Jetzt ist schon die neue Crew an Bord, mit der ich hier Weihnachten an Bord feiern werde. Stay tuned – bald gibt’s mehr News vom Segelwolf.

Wieder unterwegs!


Seit Sonntag bin ich wieder auf dem Meer.

Freitag flog ich nach Gran Canaria, wo in Puerto de Mogán meine Orion liegt, die ich wieder übernommen habe. In der Woche davor hatten wir die regelmäßige Werftwoche, bei der mindestens zweimal im Januar das Schiff wieder “auf Vordermann” gebracht und alles erledigt wird, wozu zwischen den normalen Törns keine Zeit oder Gelegenheit ist. So war die ORION einige Tage an Land und hat unter anderem einen neuen Unterwasser-Anstrich bekommen. Eine gute Gelegenheit, einmal zu zeigen, wie ein solches Schiff unter Wasser aussieht.

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Danach kam das Schiff dann wieder ins Wasser. Wie das geschieht, mag für Laien ziemlich abenteuerlich aussehen, ist aber völlig normal und sicher. Das Schiff wird einfach mit großen Gurten in einen fahrbaren Kran gehängt, der dann über ein Wasserbecken fährt und das Boot dort ablässt. Sobald es dann aufgeschwommen ist, können die Gurte wieder unter dem Schiff hervorgezogen werden.

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Wenn die Gurte dann fest sind, wird das Schiff angehoben und zum Wasser gefahren:

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Den Rest habe ich leider nicht mehr fotografieren können, da ich noch in die Stadt einkaufen musste, bevor die neue Crew kam.

Am Sonntag dann die übliche gründliche Einweisung und – da wenig Wind war – ein kleiner Schlag zum Eingewöhnen, drei Stunden spazieren fahren. Das war auch gut so, denn am Montag Morgen ging es dann zur Sache. Um sechs Uhr morgens “Leinen los!” und Abfahrt nach Fuerteventura. Nun geht es von Gran Canaria nach Fuerteventura – ein Blick in die Karte zeigt’s sofort – ja hauptsächlich nach Norden. Da wir hier aber im Bereich des Nordost-Passatwinds liegen heißt das: Die ganze Zeit gegenan gegen Wind und Welle. Nun war es für hiesige Verhältnisse noch nicht mal übermäßig windig (Windstärke  – 5, in der Spitze mal eine Bö mit 6, aber die atlantische Welle ist halt anders als im Mittelmeer oder in der Ostsee. Resultat: Außer einem Schweizer (!) und mir haben alle irgendwann mal die Fische gefüttert. Nun war es, zugegeben auch ein langer Schlag. Von sechs Uhr morgens am Montag bis fünf Uhr nachmittags am Dienstag haben wir insgesamt 172 Seemeilen zurückgelegt.

Im nächsten Blog dann weitere Neuigkeiten – unter anderem Bilder einer grandiosen Fischplatte