Abgemustert


Über den letzten Schlag von Menorca nach Palma de Mallorca gibt es ausnahmsweise mal nichts nennenswertes zu berichten . außer dass wir ENDLICH mal ausreichend Wind hatten und am Mittwoch insgesamt sechzig Meilen segeln konnten, was die Moral der Crew deutlich verbesserte.

Übernachtet haben wir in einer eigentlich ganz hübschen Ankerbucht, Cala Mondragó in der Nähe von Cala Figuera. Leider war sie gegen den vorherrschenden Wind mit dazugehörigem Schwell nicht sehr gut geschützt. Das ging aber, solange die Wellen gegen den Anker von vorne kamen. Leider drehte der Wind nachts um zwei für einige Stunden fast in die Gegenrichtung. Das Resultat: Die Wellen kamen quer und das Boot fing tierisch an zu schaukeln, was uns eine arg unruhige zweite Nachthälfte bescherte.

Dann noch ein kurzer Schlag um die Südostecke Mallorcas in die Marina Sa Rápito (nicht weiter erwähnenswert, außer dass es die teuerste der ganzen Reise war). Dort waren wir Abends zu unserem Abschiedsessen im Yachtclub (zwar gut, aber ebenfalls das Teuerste der ganzen Reise). Und am Freitag dann der letzte kurze Schlag nach Palma in den Real Club Náutico de Palma

 

 

https://i2.wp.com/www.porta-mallorquina.de/mf_bilder/nautico_palma.jpg

Hier endete nicht nur die Reise meiner Crew, sondern auch mein Törn (allerdings nicht ohne nochmals intensiv mich in Toilettenreparatur zu üben und mehrere Meter des im vorigen Eintrag gekauften geruchssicheren Toilettenschlauchs einzuziehen).

Fazit dieser langen, langen Reise: Von Gran Canaria über Spanien, Mallorca, Sardinien bis Sizilien und wieder zurück nach Mallorca habe ich über 3.700 Seemeilen oder genau 6.891 Kilometer zurückgelegt, viele, viele interessante Menschen kennen gelernt, einen großen Erfahrungsschatz an Häfen und Buchten erworben und sicher auch meine Seemannschaft nochmals ziemlich verbessert.  Nicht zuletzt – und das muss auch erwähnt werden -  habe ich damit ja auch mein Geld verdient, denn das war (im Gegensatz zu unseren Kunden) ja für mich keine Urlaubsreise, sondern Arbeit. Man darf ja nicht vergessen, dass der Skipper auf einem solchen Törn ja die Verantwortung für mehrere Passagiere und eine Yacht im Wert von mehreren hunderttausend Euro trägt. Im Prinzip war ich ja zweieinhalb Monate lang sieben Tage die Woche vierundzwanzig Stunden lang im Dienst. Spaß hat es natürlich trotzdem gemacht und der nächste Törn mit Segelreisen Hering ist für mich auch schon gebucht.

Als letztes gilt es dann nur noch zu berichten, dass ich zwar mit Air Berlin pünktlich gestern Nacht in Frankfurt gelandet bin, aber mein Seesack in Palma stehen geblieben war. Böse war ich nicht deshalb, im Gegenteil: Als Special Service bekam ich meinen Seesack heute direkt ins Haus geliefert. Also musste ich ihn nicht schleppen. Nicht schlecht, wenn man bedenkt, dass er 26 (sechsundzwanzig!) Kilo wog. Mithilfe der Qir Berlin Frequent Traveller Karte, meinen Spanischkenntnissen und meinem bekannt wirkungsvollen unschuldigem Augenaufschlag ging das sogar ohne Probleme und Zahlung von Übergepäck durch.

So, das war’s dann erst einmal. In den kommenden Wochen wird es dann weniger zu berichten geben, bis ich dann Ende Juli wieder lossegele. Sollte einer mal Lust bekommen, eine solche Reise mitzumachen, so melde er sich bei mir oder direkt bei Segelreisen Hering.

Sollten Ihr bis dahin über irgend etwas mehr wissen wollen, schreibt einen Kommentar und ich nehme mich der Sache an. Sagt mir auch, wenn Ihr in Zukunft bestimmte Aspekte stärker berücksichtigt sehen wollt, z.B. segeltechnische Erklärungen, mehr über die Ländergeschichte oder was auch immer.

Als aktiver Skipper melde ich mich aber erst einmal für einige Woche ab.

Bis denn dann und immer eine Handbreit Wasser unter dem Kiel

Euer Segelwolf

Wolf Knipfer

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Autor: segelwolf

Als professioneller Skipper habe ich mein Hobby zum Beruf gemacht. Neben anderen Aufgaben ermögliche ich auf Mitsegeltörns vielen Segelneulingen, aber auch alten Hasen, die Schönheit des Lebens mit der Natur auf einer Segelyacht zu genießen.

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