Überführung–der zweite Teil


Bei mir ist ziemlich viel los gewesen in den letzten Wochen, deshalb komme ich erst jetzt dazu, vom Rest meiner großen Überführung Teneriffa – Kroatien zu berichten.

In Benalmádena/Malaga stieg mein Freund Armin aus Prag zu, um mich auf dem Weg nach Palma de Mallorca zu begleiten. Leider gibt es von diesem Stück keine Fotos. Der erste Tag war noch halbwegs gemütlich. Wir fuhren nach Marina del Este, einer wunderschönen kleinen Marina, über die ich auch schon mehrfach berichtet habe. Sie zeichnet sich dadurch aus, dass man direkt vor einem sehr guten Restaurant liegt, und sich bei entsprechendem Wetter den Aperitif direkt an Bord servieren lassen kann. Ging bei uns leider nicht – es regnete Daumen runter.

Ab dann wurde es schwierig und mein- bekanntlich ja etwas enger – Zeitplan drohte in die Binsen zu gehen. Entweder war gar kein Wind oder er kam von vorn! Nach einer durchfahrenen Nacht beschlossen wir deshalb in Cartagena, nicht weiter nach Norden zu fahren, sondern gleich herüber nach Mallorca abzubiegen. Da ging das Problem dann gleich weiter und ich hing über zwölf Stunden hinter meinem Zeitplan zurück. Also mussten wir zum ersten Mal, seitdem ich dies Geschäft betreibe, die Abreise eines Mitseglers umbauen: Da wir es selbst über Nacht nicht rechtzeitig bis Mallorca geschafft hätten, machte ich abends einen Zwischenstopp auf Ibiza, Armin stieg aus und nahm die nächtliche Schnellfähre nach Palma, jm noch seinen Flieger am nächsten Morgen zu bekommen. Ich selbst fuhr also allein weiter. Nach einigen Stunden – es war schon dunkel – sah ich auf dem Schiffsinformationssystem AIS das Signal der Fähre, rief Armin auf dem Handy an, er solle doch mal nach rechts schauen, und blinkte ihm mit meinem Scheinwerfer einen Abschiedsgruß zu.

In Mallorca erwartete mich dann das nächste Problem: Eine Woche vor meiner geplanten Ankunft dort erfuhr ich, dass zur selben Zeit in Palma eine Internationale Bootsausstellung stattfindet. Ich habe sofort per E-Mail versucht, mir einen Liegeplatz zu reservieren, aber von allen sieben Marinas im Hafen von Palma erhielt ich eine Absage! Also blieb mir nichts anderes übrig, als meinen Aufenthalt nach La Rapita zu verlegen, einer Marina gut 40 km von Palma entfernt, was natürlich die Anreise meiner neuen Crew etwas schwierig gestaltete. Am schlimmsten traf es eine Mitseglerin, der um 17 Uhr der letzte Bus nach La Rapita vor der Nase wegfuhr und die deshalb mit dem Taxi kommen musste.

Damit begann dann der heftigste Teil des Törns: Eine Woche von Mallorca bis Südsizilien und eine Woche von dort bis Dubrovnik heißt absolutes Powersegeln mit extrem wenig Landaufenthalt. Spaß gemacht hat es, glaube ich, trotzdem allen, die dabei waren. Ich hatte ja schließlich auf “Hand gegen Koje” genau das versprochen.

Vom ersten Teil: Palma – Ankerplatz auf Menorca – Mahon – Porto Teulada auf Sardinien habe ich keine Bilder. Das macht aber nichts, diese Strecke habe ich schon mehrfach beschrieben. Vielleicht nur kurz die Aufenthaltsdauern: Mahon Ankunft nachmittags zum duschen, dann Abendessen im Hafenrestaurant, dann wieder auslaufen und weiter über Nacht Richtung Sardinien. Porto Teulada auf Sardinien: Nachmittags eingelaufen, kurz geduscht, Wasser gebunkert und nach vier Stunden weder ausgelaufen.

Irgendwann waren wir dann endlich in Licata auf Sizilien, meinem Lieblingshafen, wo ich aus den letzten Jahren noch viele Freunde habe.

SONY DSC

Ein Teil der Crew verließ mich hier, und mit dem Rest ging ich abends in meine geliebte Bar Tiffany, wo mich schon all meine sizilianischen Freunde mit großem Hallo erwarteten. Nach der traditionell mit allen Familien verspeisten Pizza (groß, superlecker und kostet nur 4,50 €) begann dann wie immer das große gemeinsame Singen –  von sizilianischen Volksliedern über italienische Schlagerklassiker (Volare, oohooo) bis zu amerikanischem Liedgut.

Natürlich musste ich auch wieder meine sizilianischen Dialektkenntnisse beweisen und das Lied singen, dass ich mir vor zwei Jahren mühsam selbst beigebracht hatte.

Am nächsten Tag gab es vom Yachtclub in der Marina di Cala del Sole eine kleine Regatta,  an der ich teilnahm. Leider waren wir nur zu zweit an Bord, was das Handling etwas erschwerte. Auf dem Hinweg am Wind waren wir gegen die größeren Yachten bei Wenig Wind chancenlos, aber als wir nach viel Mühen für den Rückweg – zu zweit den Spinnaker hochbekommen hatten, konnten wir dann wieder etwas aufholen. Hauptsache, es hat Spaß gemacht, und das Bier und das Grillgut beim anschließenden Get-Together war lecker.

DSC00200

 

 

Da liegt der Spinnaker im Bergeschlauch, schon mal zum setzen bereitgelegt.

 

SONY DSC

SONY DSC

 

 

 

 

 

 

SONY DSC

Witzig fand ich es, dass ich beim Briefing vor der Regatta im Sitzungssaal des Yachtclubs mich selbst an der Wand vorfand:

IMAG0197

Am selben Tag gab es auch in der Stadt viele Veranstaltung zu Ehren des Stadtheiligen Sant’Angelo. Unter anderem zogen auch eine Reihe von Pferdesportlern durch die Stadt und die Marina, was ein sehr schöner Anblick war.

IMAG0199IMAG0203IMAG0206IMAG0208

IMAG0219

IMAG0225

Dann mussten wir nur noch versuchen, den Beschlag des Spinnakerfalls zu reparieren, der uns auf dem Atlantik gebrochen war (m.E. eine für die Schiffsgröße viel zu schwache Ausführung der Werft).

SONY DSC

SONY DSC

Und dann konnte es losgehen und wir fuhren durch die Abendsonne und durch die Nacht Richtung Siracusa.

SONY DSC

Ich war übrigens schon seit einigen Tagen gehandicapt, weil mir meine Brille kaputt gegangen war. Da ich sie aber trotzdem weiter benutzte, um wenigstens auf einem Auge den Sonnenbrillen-Effekt zu haben, sah ich eher wie ein Piratenkapitän als wie ein Segelbootskipper aus.

SONY DSC

In Licata stieg dann mit der neuen Crew auch der Eigner zu, der mit uns die letzte Etappe bis Dubrovnik segelte, dort dann das Schiff übernahm und es weiter nach Split überführte, wo es in der Marina Kastela dann seinen neuen Heimatliegeplatz finden sollte.

Unterwegs sahen wir jede Menge Delphine, deshalb hier endlich mal wieder ein paar Delphinfotos.

SONY DSC

SONY DSC

Auf dem großen Schlag von Italien nach Kroatien konnten wir dann wieder den Parasailor setzen, was mit etwas Übung nun schon wesentlich besser ging.

SONY DSC

 

 

 

 

 

 

SONY DSC

Und dann stand er:SONY DSC

Schaut Euch mal die Wolken an: Das bedeutet viel Wind!

Dieser Parasailor ist wirklich genial: Man kann das Segel locker noch bei 20 Knoten Wind (das ist Windstärke fünf!) fahren, stellt dazu den Autopiloten an, überlässt das Schiff sich selbst und widmet sich seiner Lektüre.

SONY DSC

Dann kam endlich nach fünf Wochen die letzte Nacht dieser langen Reise:

SONY DSC

Spaß hat’s gemacht, anstrengend war es und eine seglerische Herausforderung – sehr befriedigend, wenn man sie gesund und ohne Schäden gemeistert hat.

Inzwischen bin ich – da hier ja angeblich “Sommer” ist – schon seit einigen Wochen in der Ostsee unterwegs. Doch dazu mehr beim nächsten Mal.

So stay tuned!

Euer Segelwolf

wieder mal auf dem Atlantik


Wie schon angekündigt, habe ich nun die Überführung einer privaten Hanse von Teneriffa bis nach Kroatien hinter mir. Das waren fünf Wochen und fast 2.600 Seemeilen richtig heftigen Meilenfressens. Da ich nur diese fünf Wochen Zeit hatte, musste ich mich wirklich beeilen. Wer sich ein bisschen auskennt, kann ermessen, was es bedeutet, fünf Wochen lang jede Woche mehr als fünfhundert Meilen zu fahren.

Spaß hat’s gemacht, auch wenn es anstrengend war. Und Gottseidank hatte ich dank “Hand gegen Koje” und privater Kontakte jede Woche wirklich gute Mitstreiter, mit denen man solche Gewalttouren prima machen konnte. Nur ein einziges Mal hat das wegen einer Verspätung nicht geklappt, als ich jemanden in Ibiza vorzeitig  aussteigen lassen musste. Dann musste ich halt das Stück Ibiza – Mallorca über Nacht einhand segeln. Ging aber auch. Immer den Wecker stellen, rausschauen, auf dem Radar nachschauen, was sich in 25 Seemeilen Entfernung aufhält, und dann wieder 45 Minuten dösen. Bisschen anstrengend, aber man gewöhnt sich dran. Zum Schluss ist man dann ein halber Zombie Teufel

Wenn man mit neuer Crew so eine Reise startet, fährt mal am besten zuerst einmal einen Eingewöhnungsschlag, wobei der bei uns auch schon über 40 Meilen war. Es ging nach Garachico, dem kleinen Hafen an der Nordseite von Teneriffa, den ich ja schon mehrfach beschrieben habe.

Auf dem Hinweg steht einer der interessantesten Türme, die ich auf meinen Reisen gesehen habe. Recht modern, aber ästhetisch.

SONY DSC

Hier das obligate Liegeplatzfoto. Wer meinen Block regelmäßig liest, erkennt vielleicht, dass ich dort einen Stammplatz habe und mit allen Schiffen seit letztem Jahr immer wieder auf dem gleichen Platz lag.

SONY DSC

Im Hintergrund sieht man die Innenseite der Kaimauer, die den Hafen gegen das Meer verteidigt, das dort mit tausenden von Meilen Anlauf ankommt. Wie die von außen aussieht, habe ich ja im letzten Blog über Garachico gezeigt: Über 1.700 Betonblöcke a jeweils 60 Tonnen!

Auf der Innenseite hat man das Ganze mit einer ca. 12-14 Meter hohen Maier verkleidet, auf der in drei Stockwerken Galerien laufen, auf denen man spazieren gehen konnte.

Ich hatte Euch ja letztes Mal schon erzählt und gezeigt, dass die Einfahrt in den Hafen nicht ganz einfach ist, besonders bei Seegang. Und jetzt schaut Euch mal ohne Worte einfach die Bilder an, die ich diesmal von der mehr als 12 Meter hohen Mauer von innen gemacht habe:

SONY DSC

SONY DSC

SONY DSC

 

 

 

 

 

SONY DSC

SONY DSC

Krass, nicht? Besonders auf den letzten Bildern kann man gut erkennen, dass die Wucht der Brecher bereits große Teile der Betongeländer an der Galerie weggerissen hat.

Gottseidank war der Spuk am nächsten Tag vorbei, sodass wir wie geplant zum ersten großen Schlag nach Madeira auslaufen konnten.

Wie gewohnt, fuhr ich wieder in die Marina Quinta do Lorde am östlichen Ende der Insel, die ich ja schon diverse Male besucht habe. Leider hatten wir ziemlich mieses Wetter, die Marina war auch schon ziemlich leer, weil keine Saison ist.

SONY DSC

SONY DSC

Schaut Euch mal auf diesem Bild den Mast der acht an, die hinter uns lag. Ein geradezu riesiges Teil aus Holland, das nur von zwei Leuten gefahren wurde und auf dem Weg von den Kanaren in die Niederlande war.

Jetzt ist halt die Zeit für die Überführungen von der Wintersaison auf den Kanarischen Inseln zurück nach Mittel-und Nordeuropa. Deshalb ist es auch kein Wunder, dass ich in allen möglichen Häfen auf der Strecke Kollegen traf, die auch auf diesem Weg waren. Hier zum Beispiel war es die “Pegasus” meines ehemaligen Auftraggebers Hering, für den ich ja bekanntlich nicht mehr fahre und in Cartagena war es die “Spirit” von Schönecke, die auch von einem ehemaligen Hering-Kollegen nach Norden geschippert wurde. Insgesamt sind wir Skipper eine doch relativ kleine Gruppe, die sich in den verschiedensten Häfen halt immer wieder begegnet.

Natürlich habe ich wieder die gewohnte Inselrundfahrt mit dem Kleinbus gemacht und Abends in Funchal im “Almirante” gegessen, wo sie mich auch nun schon seit fünf Jahren kennen. Davon gibt’s aber diesmal keine Bilder, darüber habe ich ja schon mehrfach berichtet. Eine Sache möchte ich aber doch kurz zeigen, weil ich sie einfach schon fand.

Bei einem Zwischenhalt fotografierte ich einen ganz hübschen gelben Busch, der aber so aus der Entfernung nicht gerade beeindruckend aussah.

SONY DSC

Irgendwie hatte ich aber das Gefühl, dass sich da etwas bewegte. Also ging ich näher ran. Und erst dann sah man, dass dieser Busch randvoll mit hunderten von Bienen war, die sich da fleißig am Nektar bedienten.

SONY DSC

Am nächsten Morgen ging es dann weiter auf die 600 Seemeilen-Strecke ins Mittelmeer. Am Anfang war das Wetter doch ziemlich heftig. Uns erwarteten draußen 30 Knoten Wind und mehr. Da aber die Windrichtung stimmt und es so irgendwo zwischen halbem Wind und raumschots war, beschloss ich, keine Zeit zu verlieren und loszufahren, zumal das Wetter sonst ja gut war. Wie windig das ist, kann man erwahnen, wenn man dieses Boot seht, dass uns am Anfang noch unter der madeirensischen Küste entgegenkam.

SONY DSCSONY DSC 

Als wir dann weiter herauskamen, sah das Meer schon ein bisschen heftiger aus. Aber mit Wind schräg von hinten nd einem anständigen Reff was das alles kein Problem:

SONY DSC

SONY DSC

Nach zwei Tagen aber wurde der Wind dann deutlich weniger und kam gottseidank immer noch von achtern. Also kam unsere große Stunde: Zum ersten Mal überhaupt hatte ich die Chance, einen Parasailor hochzuhieven. Das ist ein ganz besonderer Spinnaker, der besonders gut fährt, besonders böentolerant und segelbar bis 20 Knoten Wind, was ganz außergewöhnlich ist. Dafür ist er auch besonders teuer Punk

Auf jeden Fall waren Tibor und ich ziemlich stolz, als wir das Ding endlich  zum ersten Mal hochbekommen hatten.

SONY DSC

Hier mal ein paar Aufnahmen, wie so ein Ding während der Fahrt aussieht.

SONY DSCSONY DSC

und noch ein paar:

SONY DSC

 

Wie man auf dem nächsten Bild besonders gut erkennen kann, ist dieses Segel eng verwandt mit Gleitfallschirmen. Man kann hier deutlich sehen, dass es auf halber Höhe über die gesamte Breite einen großen Schlitz hat und darüber eine orangefarbene nach vorne außen gewölbte Lippe. Dadurch hat es außergewöhnlich gute Eigenschaften, ist aber natürlich besonders teuer in der Herstellung. Es war jedenfalls ein Riesengenuss, dieses Teil zu segeln.

SONY DSC

Umso schneller kam dann auch das Ende der ersten großen Etappe, die uns von Teneriffa und Madeira zunächst nach Gibraltar führte, wo wir natürlich als erste Amtshandlung die britische Gastlandflagge gesetzt haben.

SONY DSC

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

A propos Flagge: Die untenstehende Version unser Heimatflagge haben wir natürlich vorsichtshalber eingezogen, bevor wir irgendwo eingelaufen sind Flirten - Mann

SONY DSC

Nach Gibraltar und Estepona im Mittelmeer ging es dann noch ziemlich ereignislos bis nach Benalmádena bei Malaga, wo der erste Teil dieser großen Reise zu Ende ging.

Nach einer kurzen Verschnaufpause von nur einem Tag ging es dann frisch gestärkt weiter Richtung Balearen. doch davon später mehr.

So stay tuned!

Ja, wo isser denn?


Inzwischen bin ich ja auf der angekündigten großen Überführung der SY APONIA von Teneriffa nach Kroatien. Darüber später mehr.

Heute nur ein kurzer Hinweis: Das Boot verfügt über einen automatischen GPS-Tracker, der regelmäßig seine Position weitermeldet. Wenn Ihr also wissen wollt, wo ich gerade herumdüse, einfach den GPS-Tracker aufrufen, und sofort seht ihr eine Karte mit meiner Spur und der aktuellen Position. Sehr praktische Sache.

So stay tuned!

Garachico – Kleinod auf Teneriffa


Heute gibt es eine kleine Episode über meinen Lieblingsplatz auf Teneriffa, den ich ja letztes Jahr schon einmal ein wenig beschrieben habe. Heute aber soll es ein klein bisschen ausführlicher zugehen.

Wir starten wie gewohnt auf der Südseite der Insel, wo sich – wie auch auf der Westseite – alle Touristenhochburgen befinden. Von der Marina San Miguel hat man einen schönen Blick über den Golfplatz auf den Teide (zur Erinnerung: Mit 3.700 Metern der höchste Berg Spaniens)

SONY DSC

Nach einem kurzen Stück Südseite biegen wir dann nach rechts bzw. Norden ab und fahren längs der vielen Touristenorte und sind froh dabei, an Bord zu sein und nicht in einer dieser Waben herumhängen zu müssen.

SONY DSC

Nach einigen Stunden wird dann die Bebauung langsam dünner und hört schließlich völlig auf, weil es dann nur noch hohe Felsen gibt, die steil zum Meer hin abfallen. Kommt man dann an die Nordwestspitze der Insel und biegt nach Osten ab, empfängt uns die Wetterseite von Teneriffa. Hier brettern die Nordostwinde und –wellen gegen die Insel und die feuchte Luft regnet sich an den Hängen ab, die deshalb viieel grüner sind. Deshalb wohnten hier eigentlich alle Insulaner vor der Ankunft der Touristen – was sollten die auch auf der Südseite, wo es kein Wasser und nur trockenen Boden gibt.

Wenn Atlantikdünung nach einigen tausend Meilen Anlauf auf eine hohe Felsenküste trifft, geht da ziemlich was ab. Das Schauspiel ist schon beeindruckend. Leider kann ich Euch nicht den Lärm vorführen, den das macht, aber die folgenden Bilder geben schon ein paar Eindrücke von den bis zu 20 Metern hohen Gischttürmen.

SONY DSC

 

 

 

 

 

 

SONY DSC

An dieser eher unwirtlichen Küste gründeten die Spanier im 16. Jahrhundert die Stadt Garachico (der Name gehörte ursprünglich zu einem Dorf der Ureinwohner, die ja praktischerweise nach Ankunft der Spanier relativ schnell ausstarben).

Schnell wurde Garachico –man glaubt es heute kaum – der wichtigste Hafen Teneriffas, aus dem im 16. und 17. Jahrhundert jede Menge Frachtschiffe mit dem örtlichen Wein und Zucker nach Amerika und zum europäischen Festland fuhren. Leider gab es auch schon mal heftige Rückschläge wie z.B. 1646, als ein heftiger Erdrutsch einen Teil des Ortes und 40 Schiffe vernichtete und mehr als hundert Menschen das Leben kostete.

Dieses goldene Zeitalter endete abrupt am 5. Mai 1706, als ein Vulkanausbruch des Tevejo den Ort zum größten Teil vernichtete und den alten Hafen komplett mit einem Lavastrom zudeckte. Erstaunlicherweise gab es dabei kein einziges Todesopfer.

Übrig blieb nur ein ganz kleiner Fischerhafen und Garachico verank lange im Dornröschenschlaf.

Der größte Sohn Garachicos ist – zumindest indirekt – der südamerikanische Befreier Simon Bolívar, der zwar schon in Venzuela geboren wurde, dessen Familie aber ursprünglich aus Garachico stammte. Deshalb steht auf dem wichtigsten Platz im Ort natürlich seine Statue und bis heute gibt es enge Bande zwischen Garachico und Venezuela.

Von See sieht man einen kleinen Ort mit ca. 5.000 Einwohnern an der unstreitig malerischsten Küste der Insel, der fast völlig frei von Hochhäusern und Bausünden ist und immer noch den Charakter einer alten spanischen Kleinstadt hat.

SONY DSC 

Über die ziemlich enge und schwierige Hafeneinfahrt will ich diesmal nicht schreiben, das könnt Ihr im Beitrag “unverhofft Kanarische Inseln” vom letzten Dezember nachlesen. Heute geht es erst einmal über den Ort selbst.

Die Stadt besteht ausschließlich aus niedrigen ein- bis zweiwstöckigen Häusern im alten spanischen Stil, denen man teilweise den alten Wohlstand noch ansieht. Hier einmal einige Beispiele:

SONY DSCSONY DSC

 

 

 

 

 

SONY DSC

Zentral liegt ein wunderschöner alter und sehr gepflegter Platz zwischen zwei Kirchen, der gemeinsamer Treffpunkt der Einheimischen und der paar durchreisenden Touristen ist,

SONY DSC´

DSC06621

Man sitzt gemütlich an einem runden Pavillon, trinkt sein Bier oder seinen Kaffee und anschließend geht es dann z.B. in mein absolutes Lieblingsrestaurant auf Teneriffa: El Mirador de Garachico. Das Ambiente könnte ein klein wenig gemütlicher sein, aber das Essen ist außergewöhnlich kreativ und lecker und wird von hochprofessionellen und netten Kellnern serviert. Hier mal was zum Appetitanregen, als erstes gleich mein Lieblingsgericht: Das Filet vom Schwarzen Schwein:

SONY DSC

Aber auch Fisch etc. wird lecker zubereitet und ansprechend serviert:

IMG_4939 (Medium)IMG_4940 (Medium)

Dazu werden ganz ausgezeichnete einheimische Weine serviert, und zum Schluss kommt eine erstaunlich preiswerte Rechnung auf den Tisch.

(Hab ich vergessen zu sagen, dass natürlich auch automatisch vorher der “Gruß aus der Küche” und zur Rechnung selbstgemachtes Konfekt kommt?)

Das Wahrzeichen des Ortes ist ein vorgelagerter Felsen namens “Roque de Garachico”, wo irgendwann mal Lava ins Meer geplumpst ist:

SONY DSC

Von diesem Felsen geht seltsamerweise die Sage, dass dort mal vom Nordpol eine Pinguinfamilie hingereist sei. Doppelt seltsam: Was wollten die dort – und außerdem gibt es am Nordpol gar keine Pinguine!Zwinkerndes Smiley

SONY DSC

SONY DSC

Wer von Euch ein bisschen Spanisch kann, der kann auf nebenstehender Tafel diese Legende nachlesen. Zumindest ist das ein hübscher kleiner Touch an der Felsenküste.

Wenn man z.B. eine nette kleine Stadtstraße wie die nachfolgende heruntergeht, kommt man zum örtlichen Fußballplatz. Der ist mit einer großen Mauer gegen See gesichert und außerdem noch mit einer Einrichtung gegen Ballverlust im Meer versehen:

 

SONY DSC

Ich habe, damit das deutlicher wird, mal einen kleinen Ausschnitt rechts oben aus dem Bild herausvergrößert:

SONY DSC

Man sieht hier ein quer gespanntes Drahtseil, an dem ein riesiges Netz herunter hängt, dass bei Spielen zugezogen wird und dem Ball den Luftweg ins Meer verwehrt.

Gleich daneben ist ein wunderschönes altes Nonnenkloster

SONY DSCSONY DSC

und noch ein Stückchen weiter, in der gleichen Straße, die wahrhaft beeindruckende örtliche Kfz.-Werkstatt:

SONY DSC

Zum Schluss aber nochmals zurück zur Marina. Diese wurde mit sehr viel Geld der EU vor wenigen Jahren erbaut und sollte neben dem Tourismus auch als Fischereihafen dienen, deswegen stammte das meiste Geld vom europäischen Fischereifonds. Allein die Mole hat über 34 Millionen Euro gekostet und besteht aus über 1.700 Zementblöcken von je 60 Tonnen. (Inwischen hat man auf den Molenkopf eine Art Skulptur gesetzt, damit ist der Hafen von See aus endlich besser zu sehen)

SONY DSC

Im Vordergrund liegt die allseits bekannte Santa Maria, eines der drei Schiffe, mit denen ich allein im letzten Vierteljahr hier war.

SONY DSC

Ich kann nur immer wieder sagen: Ein zwar altes, aber wunderschönes und extrem seetüchtiges Schiff!

Schaut Euch mal dies Gebäude an: Seit drei Jahren komplett fertiggestellt, bezahlt mit EU-Fördergeldern, und bis heute noch nicht eröffnet:

SONY DSC

SONY DSC

 

Gebaut wurde es für die örtliche Fischereikooperative. Ich weiß aber nicht, ob es überhaupt eine gibt. Jedenfalls liegen kaum Fischerboote im Hafen und das Gebäude steht leer. Dafür muss der arme Hafenmeister schon seit Jahren in einem winzigen Container hausen – und die Duschen für uns sehen auch so aus. Am ärgerlichsten sind die Toiletten in dem Container: Das Kabüffchen ist so schmal, dass man zum aufstehen und Hose zumachen die Tür öffnen muss!Vor Wut kochen

SONY DSC

Für den Bau wurde aber richtig Geld in die Hand genommen und sogar die Kunst am Bau wurde nicht vergessen.Alle großen Betonplatten wurden sozusagen gestempelt:

 

SONY DSC

Daraus wurde dann die auf den ersten blick geradezu abenteuerlich hohe Molenmauer zusammengesetzt:

SONY DSC

Man sollte es kaum glauben, aber dieses riesige Bauwerk ist immer noch zu klein, wenn die Atlantikbrandung mal so richtig loslegt. Die nachstehenden Bilder zeigen dies in beeindruckender Weise:

SONY DSC

SONY DSC

SONY DSC

 

 

 

 

 

 

SONY DSC

SONY DSC

Deutlich ist zu sehen, dass die Gewalt des Wasser große Teile des Geländers der oberen beiden Etagen bereits weggebrochen hat. Kommt der Atlantik so angerauscht, sollte man die Einfahrt in den Hafen besser verschieben…

Wenn man dann Garachico wieder verläßt und sich z.B. auf den Weg nach Madeira macht (inzwischen bin ich ja sogar schon wieder im Mittelmeer, aber davon später mehr), verabschiedet sich die Insel mit einem geradezu majestätisch schönen Ausblick auf den Teide:

SONY DSC

Das war’s auf den Kanaren für diese Saison. Inzwischen bin ich auf der großen Überführungsreise von Teneriffa bis nach Kroatien, aber davon dann im nächsten Blog.

So stay tuned!

und wieder die Kanarischen Inseln…


Zum dritten Mal in diesem Winter bin ich auf den Kanarischen Inseln, wie ja schon regelmäßig in den ganzen letzten Jahren seit 2011. Diesmal aber nicht auf Gran Canaria stationiert, sondern auf Teneriffa,von wo ich die altbekannte Santa Maria von Nordtörn fahre. Wie meine regelmäßigen Leser wissen, ist das ideal für hier, weil es ein aussergewöhnlich seegängiges und stabiles Schiff ist. (Kein Wunder, bei neunzehn Tonnen LeergewichtZwinkerndes Smiley.)

Im Februar war ich schon einmal eine Woche hier, bin aber weder beim Segeln noch danach dazu gekommen, etwas zu schreiben. Das hole ich aber jetzt nach, den gerade jetzt und in den nächsten zwei Monaten passiert viel berichtenswertes – versprochen!

Bevor ich aber ins Thema einsteige, noch ein Tipp für Leute, die gerne Kopfkino hören und an der Seefahrt interessiert sind:

Im Podcast auf www.opa-harald.de erzählt Opa Harald spannende Geschichten aus seinem langen Leben: Wie er vor siebzig Jahren noch als Seemann auf eine Frachtsegler über die verminte Nordsee gefahren ist, das Leben auf einem Frachter an der Küste Afrikas, Ägypten zur Zeit des Putsches der Ägypter gegen die Engländer, es geht um das Leben im Hamburger Hafen, um saftige Prügeleien auf der Reeperbahn und vieles anderes mehr. Euch erwarten viele Stunden spannende und lehrreiche Unterhaltung, wenn Ihr Euch darauf einlasst, was ich nur wärmstens empfehlen kann. Diesen Podcast solltet Ihr abonnieren, was man – wie auch hier bei mir – ja einfach tut, indem man unten rechts auf den “Follow me” Knopf drückt und seine Mailadresse eingibt.

cropped-IMG_2539

So, jetzt aber in die Jetztzeit und nach Teneriffa, wo ich bereits seit mehreren Wochen meine Santa Maria segele.

P1060070Inzwischen sehe ich nicht mehr ganz so aus wie auf dem nebenstehenden Bild, ich bin letzte Woche auf La Gomera zum Friseur gegangen, was auch notwendig warNach oben zeigen

Ein Bild mit den kürzeren Haaren gibt’s vielleicht auch noch irgendwann. Mal schauen.

Was natürlich ganz wichtig für uns Segler ist: Rasmus, der Gott der Winde, muss gnädig gestimmt werden. Der Kerl ist mir ja so was von sympathisch: Nur mit einem anständigen Schluck Schnaps kann das gelingen. (Und einer muss ja dann den Rest der Flasche trinken, oder?Verspotten)

P1060098P1060102

Heute möchte ich ein bisschen über La Palma berichten. Für mich eine der schönsten der Kanarischen Inseln und vor allem die grünste von allen. 40% Waldbedeckung ist schon eine ganze Menge! Wie alle Inseln hier ist sie vulkanischen Ursprungs, was man auch an allen Ecken und Enden sieht.Hier schiebt sich die afrikanische Platte über die europäische, und  an der Grenzschicht sind diese Inseln entstanden. Das ist aber schon eine Wile her und es ist unwahrscheinlich, dass es hier demnächst wieder einen Vulkanausbruch gibt. (Obwohl das, wenn auch ohne größere Schäden, schon gelegentlich einmal vorkommt) Der Unterseevulkan, aus dem La Palma gebildet wurde, erreichte ungerfähr vor 1,7 Millionen Jahren die Erdoberfläche. Danach hat’s dann noch ein paar hunderttausend Jahre gearbeitet und schwupp – war die Insel fertig.

Das fruchtbare Klima hier beschreibt Wikipedia so:

“Die Passatwolken treffen in einer Höhe zwischen 600 und 1700 Metern im Nordosten der Insel auf die mit Kiefern bewaldeten Berghänge von Barlovento, wo die bis zu 30 cm langen Nadeln der Kanarischen Kiefer die Wolken auskämmen (Nebelkondensation) und so Niederschlags-mengen von 1.000 l/m² und 1.500 l/m² im Jahr erzeugen. Die dem Boden zugeführte Wassermenge beträgt ca. das Zwei- bis Dreifache der Niederschläge, die ohne die Wirkung der Nebelkondensation anfallen würden. Das stetig zu Boden tropfende Wasser sickert durch das poröse Lavagestein und sammelt sich in großen Höhlen im Inselinnern, die als natürliche Wasserspeicher fungieren. Der große Kiefernbestand der Insel trägt damit erheblich zum Gesamtwasserhaushalt La Palmas bei.”

Deshalb gibt es – wie bei den meisten Inseln hier – einen erheblichen Klimaunterschied zwischen der Luv- und der Leeseite. Auf der dem Wind zugewandten Luvseite fällt z.B. eine jährliche Niederschlagsmenge von über 90 l/qm und auf der Leeseite dann nur noch ca. 280 l/qm im Jahr. Und jetzt ratet mal, wo die Einwohner lieber wohnen und wo die Touristen hinwollen…

IMG_2968

Bekannt waren die Inseln schon den Puniern und der Römern, auch wenn sie sie nie besiedelt haben. Dies taten aber vor 2000 Jahren Berberstämme aus dem heutigen Marokko und Mauretanien, die damit der Tatsache entflohen, dass durch das Wachstum der Sahara ihre Lebensumstände in Afrika immer schlechter wurden. (denkt daran, dass die Kanarischen Inseln zu Afrika gehören, und nicht zu Europa!)

Bis zur Eroberung durch die Spanier um 1400 lebten die Ureinwohner, die Guanchen, hier ein Steinzeitleben: Ohne Maschinen, ohne Schriftsprache, aber mit produktiver Landwirtschaft. Auf La Palma z.B. waren es aber nie mehr als ca. 4.000, auch auf den großen Inseln Teneriffa und Gran Canaria waren es maximal vielleicht 30.000 Einwohner.

Obwohl die Kirche es verboten hatte, landeten fast alle der Guanchen auf den Inseln in der Sklaverei. Der Rest vermischte sich irgendwann mit den Spaniern, sodass es nicht allzu lange dauerte, bis die Ureinwohner praktisch ausgestorben waren. Demzufolge sprach natürlich auch ihre Sprache irgendwann im 16. oder 17. Jahrhundert aus.

Die Hauptstadt Santa Cruz de La Palma ist eine kleine sehr hübsche und gepflegte Stadt. Natürlich spielt auch hier der Tourismus eine wichtige Rolle, aber die Effekte des Massentourismus, wie es sie auf den großen Inseln gibt, blieben hier aus; und man legt sehr großen Wert auf Naturschutz und Ökologie. Hier einige Eindrücke aus dem Stadtzentrum.

IMG_2986

IMG_2987

IMG_2991

 

 

 

 

 

 

 

 

 

IMG_3007

Auch dieses kleine Musikerdenkmal gefiel mir gut:

IMG_3003

Richtig schön wird die Insel aber erst, wenn man hinaus aufs Land fährt. Und das heißt hier automatisch: Hoch in die Berge. Man kommt dann durch mehrere Vegetationszonen, die von tropisch bis Hochgebirgsklima reichen. Hier ein paar Impressionen:

IMG_2968IMG_2974P1060045P1060049

Schaut Euch mal das Bild rechts oben genauer an: Ihr seht dort einen Ausschnitt aus dem Observatorium Roque de los Muchachos auf knapp 2.500 Metern Höhe. Hier stehen mehr als 14 der wichtigsten Teleskope Europas und werden von einem wissenschaftlichen Institut betrieben, an dem viele europäische Länder, auch die Bundesrepublik beteiligt sind.

Auf 2.500 Metern Höhe fährt man dann teilweise durch ewigen Schnee:

P1060176

Bis zu den oben gezeigten Observatorien kommt man gut mit den Auto

P1060182

Interessant war auch dieses Teil, dass ich zuerst von hinten sah:

P1060173

Von der anderen Seite sah man dann, dass es sich um einen riesigen Parabolspiegel handelte. Schaut mal genau hin: Im Parabolspiegel ist natürlich die Welt auf dem Kopf stehend abgebildet, der Himmel ist unten!

P1060190

Aber zurück in s Flachland. Mir ist es zum Beispiel nicht gelungen herauszufinden, was z.B. dies Schwangeren-Denkmal bedeuten soll:

P1060126

Nett ist aber auch dies Meerwasser-Schwimmbad, das durchaus Sinn macht, wenn man sich die Brecher anschaut, die da ständig an das Ufer knallen. Ein Crewmitglied von uns hat das gleich mal ausprobiert.

P1060130

P1060139

 

 

 

 

 

Das war der erste Teil meiner kanarischen Eindrücke, sobald ich wieder Zeit habe, gibt es noch mehr.

Zeit werde ich in den nächsten Tagen endlich wieder etwas mehr haben. Ich habe inzwischen das Schiff gewechselt und meine große Überführung begonnen. Morgen früh geht es erst einmal von Garachico im Norden Teneriffas hoch nach Madeira. aber darüber später mehr.

So stay tuned!

Koje frei–vielleicht für Dich?


Liebe Freunde des gepflegten Hochseesegelns. Leider musste mir jemand wegen eines Unfalls absagen. Deshalb ist wieder eine Koje auf meinem Überführungstörn Teneriffa – Malaga freigeworden.

Wir fahren mit einer ganz neuen Hanse 415 und die Reisedaten sind folgende:

09.04.2016 ab San Miguel de Tenerife

22.04.2016 an Malaga / Benalmádena

Unterwegs wollen wir die wunderschöne Insel Madeira besuchen, einen Abstecher nach Gibraltar machen, und wenn der Wind günstig ist und wir noch Zeit haben, machen wir vielleicht auch einen Ausflug in die Marina Smir in Marokko und zum weltbekannten Bazar von Tetouan.

Wie gesagt, eine Koje ist frei. Wer Lust und Zeit hat, meldet sich bitte bei mir unter segelwolf@gmx.de.

Ich freu mich drauf !

IMG_0547

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

IMG_1131

Ein kleiner Post zwischendurch


Vor vierzehn Tagen war ich für eine Woche auf Teneriffa, um dort einen Törn mit der Santa Maria zu segeln. Teneriffa, La Gomera und La Palma standen auf dem Programm.

Für den (für meine Verhältnisse) Kurztrip hatte ich diesmal meine Kamera zuhause gelassen. Macht aber nichts – ab übernächste Woche bin ich ja vier Wochen auf der Santa. Und es gibt einiges Neues auf den Kanaren, das ich dann nächstes Mal zeigen werde.Ihr dürft schon gespannt sein auf interessante Fotos.

Wer die Kanaren kennt, weiß, dass es in der “Düse” zwischen den Inseln ganz schön bläst. Wenn man den Wind nicht gerade von hinten hat, heißt das schaukeln in beachtlicher Welle und ziemliche Schräglage.

Nun gibt es leider viele Segler, die das alles gut abkönnen – nur nicht unter Deck, da wird ihnen sofort schlecht. Selbst dem alten Admiral Nelson ging das ja bekanntlich so.

Resultat: Der Skipper ist zwar nicht der dollste Koch, aber ihm wird wenigstens nicht beim Kochen schlecht. Also kletterte ich unter Deck und produzierte bei Schräglage Nudelns mit Pesto, was von einem Crewmitglied durch den Niedergang fotografisch festgehalten wurde:

IMG_3097 (Medium)

Kochendes Wasser beim Segeln ist nicht ganz ungefährlich, besonders wenn man es abgießen muss.

IMG_3098 (Medium)

 

 

 

 

 

 

 

Interessant sind auf dem Tisch die beigen und blauen Antirutschmatten. Diese Dinger funktionieren wirklich fantastisch. Auf einer Bootsmesse sah ich mal, wie ein Hersteller auf ein extrem schräges Brett mit einer solchen Matte seinen Laptop setzte und das Ganze dann tagelang direkt über einem großen Eimer Wasser betrieb.

IMG_3100 (Medium)

Leider ist es ja ziemlich schwierig auf einem Foto zu zeigen, wie viel Schräglage ein Boot wirklich hat.

Irgendwann sind aber die Nudeln dann fertig und der Herr Chefkoch richtet an:

IMG_3108 (Medium)

IMG_3109 (Medium)

 

Es war zwar nichts besonderes, aber der Crew hat es geschmeckt und vor allem: Trotz Seegang haben sie alle beibehaltenFlirten - Mann ohne sich über die Reling direkt wieder von der Mahlzeit zu trennen.

Zum Schluss noch ein wahrlich seltenes Foto: Yours truly steht strahlend am Ruder. Das kommt ja sehr selten vor – böse Zungen sagen, weil ich so faul bin, aber in Wahrheit natürlich, weil ich das Ruder primär den Kunden überlasse.

IMG_3167 (Medium)

Für die Überlassung der Bilder und die Erlaubnis sie zu veröffentlichen danke ich herzlich meinem Mitsegler Stefan.

Ach ja, zum Schluss noch eine Meldung:

Im vorigen Post habe ich diverse Plätze auf mehreren Teilstücken meines Überführungstörns von Teneriffa nach Kroatien angeboten. Erfreulicherweise sind inzwischen fast alle Teilstücke  ausverkauft. Nur auf  folgenden Strecken ist jeweils noch ein Platz frei:

23.04. bis 29.04. Malaga – Palma de Mallorca

09.05. – 15.05. Licata / Sizilien -  Dubrovnik

Falls jemand kurz entschlossen daran Interesse hat: Einfach melden bei segelwolf@gmx.de.

Ansonsten geht es bald wieder auf große Fahrt, dann kommen auch wieder interessantere Berichte.

So stay tuned!

Euer Segelwolf